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25.11.2014 | Autor/in: Norbert Parzinger
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„Freispruch“: DFG fördert Forschungsprojekt in Tübingen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt ein Projekt des kriminologischen Instituts an der Universität Tübingen über die nächsten zwei Jahre mit 250.000 Euro. Die Wissenschaftler um Institutsleiter Professor Dr. Jörg Kinzig befassen sich mit Strafverfahren, die in Freisprüche münden.

Im Fokus sollen dabei Verfahren stehen, bei denen die Angeklagten vorab in Untersuchungshaft genommen wurden. Bereits hierfür muss neben Flucht-, Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr auch ein dringender Tatverdacht vorliegen. Für Erhebung und Zulassung einer Anklage ist zudem erforderlich, dass Staatsanwaltschaft und Gericht eine Verurteilung für wahrscheinlich halten.

Die Tübinger Juristen wollen nun ergründen, warum und wie es in derartigen Fällen dennoch regelmäßig zu Freisprüchen kommt. Abgesehen vom menschlichen Leid und möglicher Stigmatisierung der betroffenen Personen stelle sich die Frage, ob hier nicht wertvolle Ressourcen der Justiz verschwendet werden, so Kinzig. Ziel des Projekts sind unter anderem konkrete Verbesserungsvorschläge. (Norbert Parzinger)

Im Internet: http://www.jura.uni-tuebingen.de/einrichtungen/ifk