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25.11.2014 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Dresden: Juristin wird Open-Topic-Professorin an der Technischen Universität

Die Juristin Dr. Sabine Müller-Mall (34) ist auf eine von zehn neuen Professorenstellen an der Technischen Universität Dresden berufen worden. Die TU hatte einen in Deutschland völlig neuen Weg beschritten und keine an bestimmte Fächer oder Inhalte gebundenen Lehrstühle besetzt, sondern weltweit sogenannte Open-Topic-Professuren ausgeschrieben.

Müller-Mall forscht an den Schnittstellen von Rechts- und Verfassungslehre, Ästhetik, Sprach- und Wissenschaftstheorie. Ihre Promotion zum Thema „Performative Rechtserzeugung“ legte sie 2010 an der Berliner Humboldt-Universität vor, 2013 veröffentlichte sie eine weitere Monografie über „Legal Spaces – Towards a Topological Thinking of Law“. Ihre Dresdener Professur für Rechts- und Verfassungstheorie ist dem Institut für Politikwissenschaft an der Philosophischen Fakultät angegliedert.

An der TU Dresden gibt es auch eine Juristische Fakultät, die allerdings nach einer Entscheidung der Landesregierung vor zehn Jahren keine Staatsexamensstudiengänge mehr anbietet. Für Studieninteressierte gibt es zwei Bachelor- und vier Masterstudiengänge mit juristischem Bezug sowie die Möglichkeit zu promovieren.

Insgesamt hatten sich nach TU-Angaben rund 1.300 Wissenschaftler auf die ausgeschriebenen Posten beworben, darunter 500 aus dem Ausland. Den Auswahlprozess steuerte eine interdisziplinär besetzte, externe Findungskommission, der unter anderem der Steuer- und Finanzrechtler Professor Dr. Kai Konrad vom Münchner Max-Planck-Institut angehörte. Neben Müller-Mall wurden bislang zwei Mathematiker, ein Physiker, ein Zoologe, zwei Technikspezialisten, ein Medien- und ein Musikwissenschaftler berufen. (Norbert Parzinger)