News
24.10.2014 | Autor/in: Désirée Balthasar
Themen in dieser Nachricht:

Hoch hinaus

(Fortsetzung)

Kunstgalerien lassen auch das Herz von Christian Plodeck höher schlagen, und sie sind der Grund, warum der Jurist auf seinem Karriereweg scharf abbog. Nach knapp sechs Jahren als Associate bei CMS ­Hasche Sigle in Berlin warf der 38-Jährige das Großkanzlei-Handtuch und steckt nun seine Energie in die Kulturförderung. Als Justiziar bei der Kulturstiftung des Bundes änderte sich nicht nur sein Arbeitsort ­– er wech­selte von Berlin nach Halle an der Saale –, sondern auch die Arbeitsinhalte.

Plodeck arbeitete lange in der größten deutschen Kanzlei als Gesellschaftsrechtler und spezialisierte sich innerhalb dieses Feldes auf Transaktionen. In einem der letzten Mandate, an dem er bei CMS mitarbeitete, begleitete er beispielsweise einen Finanzinvestor beim Kauf von Unternehmensanteilen an einem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln.

Documenta statt Akten

Jetzt verantwortet Plodeck alle rechtlichen Fragen, die entstehen, wenn die Kulturstiftung Kunstprojekte fördert. In einem Alumnus-Interview mit seinem ehemaligen Arbeitgeber erzählt er von seinem neuen Job. Als Justiziar gestaltet Plodeck alle Verträge der jeweiligen Förderung. Wichtige Kunstausstellungen wie die Documenta in Kassel gehören dazu oder der Austausch von Künstlern zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern. Seinen neuen Job startete Plodeck kurz bevor die 8. Berlin Biennale Ende Mai begann, eine der wichtigsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst weltweit.

Fünf Jahre zuvor, als junger Associate, zeichnete Plodeck seine Pläne für die Zukunft in ganz anderen Farben. Damals liebäugelte er mit der Partnerschaft bei der größten deutschen Kanzlei. Und dieses Ziel war mehr als realistisch. Denn als einer der ersten Absolventen der renommierten Privatuniversität Bucerius Law School in Hamburg brachte er gute Voraussetzungen für eine steile Kanzleikarriere mit.

Faible für Kunst

Dass sein Wechsel in die Kunst aber nicht aus heiterem Himmel erfolgte, versteht man, wenn man das Zeitrad um ein paar Jahre zurückdreht. Denn ein Faible für Kunst hatte er schon vor seiner Anwaltskarriere. Vor dem Jurastudium widmete sich Plodeck im Erststudium der Geschichte und Literatur.

Außerdem fotografiert er hobbymäßig. Seine Fotos auf seiner Flickr-Seite zeigen kunstvolle Portraits von Menschen in China, Äthiopien und Kathmandu. Die neue Stelle als Justiziar in der Kulturstiftung bündelt also viele seiner Interessen. Dafür ist Plodeck mit Ende dreißig vom vorgezeichneten Weg abgebogen. Trotz des Richtungswechsels und neuer Ziele ist er nicht gänzlich von juristischen Inhalten abgerückt. —

Seiten:  123456