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24.10.2014 | Autor/in: Désirée Balthasar
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Hoch hinaus

Ziele sind leicht gesetzt. Sie auch umzusetzen ist schon schwerer. 2009 befragte azur vier junge Juristen zu ihren Zukunftsplänen. Fünf Jahre später haben sie diese mit ganz unterschiedlicher Motivation ­realisiert. Aber nicht immer spielte das Schicksal mit und ein azur-Jurist warf seine Ziele sogar ganz über Bord. Von Désirée Balthasar (aus azur 2/2014)

Hoch hinaus: Beitrag aus azur 2/2014

Hoch hinaus: Beitrag aus azur 2/2014

Konstantin Ulrich ist 2014 Weltmeister. Nicht im Fußball, sondern in einer ganz exotischen Disziplin: Ulrich schwamm, bewies auf einem Schwebebalken Körperspannung, rannte mit Kompass und Karte durch Wald und Felder und kletterte über Mauern, die in den deutschen Nationalfarben gestrichen waren. Und das alles in Soldatenuniform.

Am 6. August hängt endlich die lang ersehnte Goldmedaille um ­seinen Hals. Inmitten seiner drei Teamkollegen reckt Ulrich den Pokal in den Himmel. Die vier Reservesoldaten sind gerade Weltmeister im militärischen Fünfkampf geworden. Regelmäßig triumphiert Ulrich als Reserveoffizier im Wettkampf. Die Weltmeisterschaft im militärischen Fünfkampf spornt den 31-Jährigen Jahr für Jahr aufs Neue an.

Attraktives Richeramt

Doch Ulrichs Ziele sind nicht nur sportlich-militärischer Natur, sie haben auch mit Recht und Gerechtigkeit zu tun. Bereits vor fünf Jahren wusste er, dass er Anwalt werden wollte. Und auch dieses Ziel hat der Associate erreicht – geradewegs, fast ohne Umschweife.

Krafttraining im Büro: Für Konstantin Ulrich, Associate bei Baker & McKenzie, sind sportliche Erfolge genauso wichtig wie das berufliche Weiterkommen.

Krafttraining im Büro: Für Konstantin Ulrich, Associate bei Baker & McKenzie, sind sportliche Erfolge genauso wichtig wie das berufliche Weiterkommen.

Ulrich ist seit September 2013 M&A-Anwalt bei ­Baker & McKenzie in Düsseldorf. Nur für einen kurzen Moment drohte er kurz vor der Zielgeraden abzubiegen. Denn als Referendar tat sich plötzlich eine weitere Berufsoption auf. Ihm erschien die Arbeit als Richter auch sehr reizvoll. „Ich hatte in der Gerichtsstage sehr gute Richter als Ausbilder, da kam ich schon ins Grübeln“, blickt Ulrich zurück. Letztlich blieb er aber bei seinem ursprünglichen Wunschberuf Rechtsanwalt.

Masterplan

Zwischen Zielsetzung und Umsetzung liegen oft Welten. Bis Ulrich seine eigene Visitenkarte mit dem Kanzlei­logo von Baker & McKenzie an seine Gesprächspartner verteilen konnte, musste er einige Schritte gehen. Im April 2009 schloss er das Erste Staatsexamen ab und absolvierte im folgenden Jahr sein LL.M.-Studium an der London School of Economics. Anschließend promovierte er. Als er sein Referendariat im Frühjahr 2011 antrat, trug er bereits seinen Doktortitel.

Auch als Referendar verschlug es ihn ins Ausland: Ulrich arbeitete für die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York, später in London für die bekannte Kanzlei Slaughter and May.

Die Basis für die Anstellung bei Baker & McKenzie, die er direkt im Anschluss an das Assessorexamen antrat, legte Ulrich schon früh. Noch im Ersten Staatsexamen nahm ihn die Sozietät in ihr Career Mentorship Programme (CMP) auf und begleitete ihn auch als Referendar und Doktorand. Seine Promotion baute auf diesem Kontakt auf, denn die Kanzlei stellte ihm einen eigenen Schreibtisch in ihren Düsseldorfer Büro­räumen zur Verfügung. „Das CMP-Programm hat sich in meinem Fall für die Kanzlei und mich voll ausgezahlt“, so Ulrich. Das Jobangebot landete prompt auf seinem Tisch. Ulrich absolvierte gerade seine Wahlstation – bei Baker in Düsseldorf.

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