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28.10.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Fachanwaltschaften: Steuerrecht wird von Arbeitgebern empfohlen

Der Fachanwaltstitel für Steuerrecht bringt den Titelträgern Umsatzsteigerungen. Häufig gibt der Arbeitgeber den Ausschlag, diesen Titel zu erwerben. Das hat das Soldan-Institut in einer Studie ermittelt, die wirtschaftliche und fachliche Fragen vereint.

Die Studie untersucht die Struktur dieser ältesten Fachanwaltschaft, die in den 1930er-Jahren als Reaktion auf das Entstehen des Berufs des Steuerberaters geschaffen wurde. Drei Prozent aller deutschen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte beziehungsweise knapp zehn Prozent aller Fachanwältinnen und Fachanwälte können den Titel ‚Fachanwalt für Steuerrecht‘ führen. Der Titel wird von einer Rechtsanwaltskammer verliehen, wenn ein Rechtsanwalt durch einen Lehrgangsbesuch und die Bearbeitung von 50 steuerrechtlichen Fällen binnen drei Jahren überdurchschnittliche theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen im Steuerrecht nachweist.

Prof. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan-Instituts, hält den Erwerb des Fachanwaltstitels für Steuerrecht für wirtschaftlich attraktiv: „Fachanwälte für Steuerrecht erzielen in einem Gesamtvergleich mit allen Fachanwaltschaften infolge des Titelerwerbs die höchsten Umsatzsteigerungen. Sie haben uns von einem mittleren Umsatzplus von 47 Prozent berichtet – ein Wert, der zwölf Prozentpunkte über der Steigerung in den anderen 20 Fachanwaltschaften liegt.“

Besonders belohnt wird nach der Studie weniger eine dem Steuerberater vergleichbare isoliert steuerrechtliche Tätigkeit, sondern die komplementäre steuerrechtliche Expertise in Mandaten aus anderen Rechtsgebieten. Der Anteil der Tätigkeit von Fachanwälten für Steuerrecht auf dem Gebiet der Fachanwaltschaft, dem Steuerrecht, ist mit 56 Prozent nämlich deutlich geringer als von Fachanwälten in anderen Rechtsgebieten.

Laut Stefanie Lange-Korf, Mitautorin der Studie, geht es nicht nur um die formelle Bestätigung einer vorhandenen Spezialisierung, Umsatzsteigerung und fachliches Interesse. „Häufiger als in anderen Fachanwaltschaften erfolgt der Titelerwerb auf Wunsch des Arbeitgebers. Dies erklärt auch, warum der Fachanwaltstitel im Steuerrecht deutlich früher im Berufsleben erworben wird als andere Fachanwaltstitel.“ (Markus Lembeck)