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24.10.2014 | Autor/in: Markus Lembeck

Augen auf beim LL.M.-Kauf!

(Fortsetzung)

Wer ein Stipendium ergattert, braucht später nicht zu rechnen. Doch das geschenkte Geld muss man sich erst einmal erarbeiten. Auch hier gilt: Früh anfangen, um die Bedingungen für eine Förderung zu klären. Die Rotarier zum Beispiel fördern Studierende nicht nur in internationalen Austauschprogrammen, sie vergeben Gelder ohne formelle Ausschreibung über ihre lokalen Clubs. Welche Anforderungen Bewerber erfüllen müssen, lässt sich nur vor Ort klären.

Preisnachlässe verhandeln

Rechtzeitig klären sollten Interessenten außerdem, ob sie an der Law School ihrer Wahl für ein Stipendium oder einen Preisnachlass infrage kommen. Der sogenannte Tuition Waiver kann die Studiengebühren an manchen britischen oder US-Hochschulen spürbar reduzieren. Manche Law Schools gewähren ihren auf dem Papier besten Bewerbern automatisch einen prozentualen Rabatt.

Einzelne Berichte in Internetforen erwähnen Rabatte von bis zu 30.000 US-Dollar, allerdings sehr tief gestaffelt nach Bedürftigkeit. Die Bedingungen für Preisnachlässe sind je nach Hochschule unterschiedlich. Wichtig ist, den Antrag auf ‚Financial Aid‘ schon bei der Studienplatzbewerbung einzureichen. In den USA haben die Law Schools seit Jahren Probleme mit der inländischen Nachfrage. Der Rückgang der Einschreibungen von einheimischen Studenten ist gravierend – deshalb sind sie auch geneigt, ­ausländische Bewerber für geringere Gebühren auf­zunehmen.

Konkurrenz mit anderen Fächern

Nachfragen lohnt sich also, denn die deutschen Stipendien decken in der Regel nur einen Teil der Kosten. Die Studienstiftung des deutschen Volkes hat insgesamt vier Fördermöglichkeiten für Juristen. Das klingt zunächst üppig, doch abgesehen von dem Bucerius-Jura-Programm – dies hängt nicht mit einem Studium an der Law School zusammen – stehen die Juristen in allen Auswahlrunden in Konkurrenz mit Absolventen aller Fachrichtungen. Bei pro Jahr rund 20 Stipendien im ERP-Programm oder acht Stipendien im Haniel-­Programm ist die Konkurrenz groß.

Ganz wichtig: Die Bewerbung für ein Stipendium muss nicht nur vollständig, sie muss auch inhaltlich schlüssig sein. Als Motivation für das LL.M.-Jahr dürfte „Ich will später richtig viel Geld verdienen“ nicht aus­reichen. Der DAAD beispielsweise schickt mit seinem LL.M.-Auslandsstipendium lediglich einen von drei Bewerbern auf die Reise. 2014 wurden von 110 Anträgen nur 36 positiv beschieden.

Die Gutachter des DAAD erwarten spätestens in der persönlichen Vorstellungsrunde für eine Auslandsförderung ein erkennbares Interesse an Land und Leuten. Die Studienstiftung möchte schon in den Bewerbungsunterlagen explizit erklärt bekommen, wie der Auslandsaufenthalt in den bisherigen Lebensweg passt. Außerdem verlangen die meisten Stipendiengeber überdurchschnittliche Studienleistungen, sprich: ein Prädikatsexamen.

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