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04.09.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Studienkosten: Gesetzentwurf schließt ein Steuer-Schlupfloch

Das Bundesfinanzministerium will ein Schlupfloch bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Studienkosten schließen. Ein nicht erstattungsfähiges Erststudium bleibt demnach ein Erststudium, selbst wenn der Studierende vorher kurzzeitig eine Art Berufsausbildung absolviert hat, etwa als Taxifahrer oder Skilehrer.

Ein Anfang der Woche veröffentlichter Referentenentwurf stellt erstens klar, dass die Kosten für ein Erststudium oder auch eine erstmalige Berufsausbildung nicht als Betriebsausgaben bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden können. Zweitens stellt der Entwurf höhere Anforderungen an die Form einer Erstausbildung. Sie muss als „geordnete Ausbildung mit einer vorgesehenen Dauer von mindestens 18 Monaten (bei vollzeitiger Ausbildung) und mit einer Abschlussprüfung“ absolviert werden.

Die Folge: Es dürfte nach dieser Änderung des Einkommensteuergesetzes unmöglich werden, ein Studium als Zweitstudium umzudeklarieren. Diese Lücke hatte ausgerechnet das oberste deutsche Steuergericht, der Bundesfinanzhof (BFH), Anfang des Jahres eröffnet. Zwar hatte er angesichts einer vorherigen Gesetzesänderung dem Gesetzgeber bescheinigt, die Nicht-Anrechenbarkeit sei verfassungsgemäß (mehr …). Gleichzeitig stellte der BFH nur geringe Anforderungen an die Ausgestaltung der Erstausbildung. (Markus Lembeck)

Im Internet: www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Referentenentwuerfe/2014-09-01-ZollkodexAnpG.html