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29.07.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Saarland: Jurastudium bleibt erhalten

Die Landesregierung in Saarbrücken hält trotz ihres Sparkurses am Studiengang Rechtswissenschaften an der Universität des Landes fest. Allerdings enthält das Papier zur Hochschulentwicklung auch Vorgaben, mit denen in die Struktur der Jura-Abteilung eingegriffen werden soll.

Mit dem Mitte Juli vorgestellten Hochschulplan hat die CDU/SPD-Regierung die Diskussionen um die Abschaffung des Jurastudiums beendet. Sowohl die Professoren als auch die lokalen Anwälte hatten sich vehement gegen die Position des Wissenschaftsrats gestemmt, der eine Abschaffung vorgeschlagen hatte (mehr …). Politisch brisant waren die Vorschläge auch deshalb, weil der aktuelle Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) lange in der saarländischen Landespolitik aktiv war und selbst Jura an der Saarbrücker Universität studiert hat.

Mehr Drittmittel, mehr Rechtsinformatik

Doch die Landesregierung fordert von den Juristen auch eigene Anstrengungen, um die Rechtswissenschaften an der Universität des Saarlandes zu erhalten. So sollen durch den Ausbau von Weiterbildungsangeboten neue Einnahmequellen erschlossen werden. Auch die Verkürzung der Studiendauer, die sich die Universität schon 1998 mit dem Saarbrücker Modell auf die Fahnen geschrieben hatten, soll weiter verfolgt werden. In Saarbrücken studieren rund 2.500 angehende Juristen.

Inhaltlich soll sich die rechtswissenschaftliche Abteilung über die bundesweit bekannte Rechtsinformatik profilieren (mehr …) und „Problemstellungen der Informationsgesellschaft“ untersuchen, so der Plan der Landesregierung: „Die derzeit unbesetzte Strafrechtsprofessur soll unter anderem genutzt werden, um im Rahmen der interdisziplinären Arbeit des Instituts für Rechtsinformatik eine Zusammenarbeit mit dem Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA) aufzubauen. Durch diese Kooperation können auch die strafrechtlichen Aspekte der Informationsgesellschaft stärker in den Fokus von Forschung und Lehre gerückt werden.“

Zusammenarbeit mit dem Europa-Institut

Die Professur für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung soll nach dem Ruhestand des derzeitigen Stelleninhabers (Professor Michael Martinek) an das Europa-Institut verlagert werden, um dort eine zivilrechtliche Säule aufzubauen. Das Europa-Institut bietet unter anderem ein LL.M.-Programm im Europäischen und Internationalen Recht an. Gleichzeitig möchte die Regierung das traditionell eigenständige Institut stärker integrieren und zum Beispiel Lehrveranstaltungen für das reguläre Jurastudium öffnen. (Markus Lembeck)

Im Internet:

Die rechtswissenschaftliche Abteilung: http://www.uni-saarland.de/campus/fakultaeten/fakultaeten/rewi/abt-rewi/portal-rewi.html

Der Entwicklungsplan im Wortlaut: http://www.landtag-saar.de/Dokumente/Drucksachen/Ag15_0997.pdf