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05.05.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Hochschulranking: CHE muss in Jura mit Lücken kämpfen

Das neue Hochschulranking für Jura sieht die private Bucerius Law School erneut an der Spitze. Das am Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ermittelte Tableau leidet allerdings unter dem Boykott etlicher großer Jurafakultäten.

Bei den 43 aufgeführten Hochschulen gibt es etliche Informationslücken. Manchmal reichte – wie bei der Universität Potsdam – die Rücklaufquote nicht aus, um die Meinung der Studierenden wiederzugeben, die ein erhebliches Gewicht hat. Andere Universitäten stellten dem CHE für 2014 keine Daten mehr zur Verfügung, auf die sich das Ranking bei der Beurteilung von Studiensituation, Betreuung, Studierbarkeit, Promotionen pro Professor und Forschungsreputation stützt.

Zu den insgesamt 13 Jurafakultäten, die nur auf der Grundlage von eingeschränkten Informationen gerankt werden, zählen einige der großen wie München, Köln oder Bonn. Ebenfalls keine Angaben machten die Juristen in Mainz, Leipzig, Hamburg, Augsburg und Regensburg.

Augsburg ist ausgestiegen

Die Augsburger Dekanin Professor Dr. Martina Benecke erklärte, die Ergebnisse seien in der Vergangenheit gut für das Marketing nutzbar gewesen. „Da aber bereits beim letzten Mal große Fakultäten wie München, Köln und Bonn mit Hinweis auf methodische Bedenken nicht mehr teilgenommen haben und die Aussagekraft der CHE-Ranking-Ergebnisse für unsere Disziplin allein dadurch schon fragwürdig geworden ist, haben auch wir uns – gemeinsam mit unserer bayerischen Schwesterfakultät in Regensburg – entschlossen, nicht mehr mitzuspielen.“

Die Erhebungen beruhen nach Darstellung der Augsburger Juristen teils auf Urteilen von Studierenden, die die aktuellen Verhältnisse in einem Studiengang gar nicht mehr beurteilen können. Harte und wirklich aussagekräftige Kriterien wie etwa Examensergebnisse spielten bei der Bewertung überhaupt keine Rolle. Als nicht minder problematisch empfinden es die Augsburger, Lehre und Forschung in einem Ranking bewertet zu sehen, hinter dem auch ökonomische Interessen ständen.

Online-Ranking interaktiv nutzbar

Trotzdem kann die Rangliste als Entscheidungshilfe für Studieninteressierte dienen. Die Online-Version steht nach einer kostenlosen Registrierung zur Verfügung. Sie ermöglicht die Sortierung der Studienangebote nach 18 Kriterien, die nicht nur aus den Bereichen „Studium und Lehre“ oder „Forschung“ stammen, sondern zum Beispiel auch einen Vergleich von Studienort und Ausstattung ermöglichen. Die Ranking-Informationen sind vernetzt mit der Studiengang-Suchmaschine, die unter dem Suchbegriff „Jura“ über 600 deutschsprachige Studienangebote ausweist. (Markus Lembeck)

http://ranking.zeit.de/che2014/de/

http://studiengaenge.zeit.de/studienangebote/suche/jura