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25.03.2014 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Referendare: Bis zu 4.000 Euro Nebenverdienst in Kanzleien

Referendare können sich bei Wirtschaftskanzleien in Deutschland ein sehr einträgliches Zubrot verdienen. In der Anwalts- oder Wahlstation bezahlen Kanzleien im Monat bis zu 4.000 Euro. In Rechtsabteilungen und bei Beratungsgesellschaften ist dagegen schon bei knapp 1.500 Euro Schluss.

Wie eine azur-Erhebung bei rund 300 Arbeitgebern ergab, vergüten die meisten Sozietäten ihre Referendare nach Anzahl der Wochenarbeitstage. Die Bandbreite ist groß: Wer jede Woche einen kompletten Arbeitstag in der Kanzlei verbringt, kann am Ende des Monats je nach Arbeitgeber zwischen 100 und 1.000 Euro erwarten (Referendargehälter 2014). Bei zwei Wochenarbeitstagen steigt das Monatsgehalt entsprechend auf 200 bis 2.000 Euro, bei drei Wochenarbeitstagen auf 300 bis 3.000 Euro.

Drei bis vier Tage pro Woche

Referendare: Je höher der Zusatzverdienst, desto stärker wird der Unterhalt gekürzt.

Referendare: Je höher der Zusatzverdienst, desto stärker wird der Unterhalt gekürzt.

Drei bis vier Tage Referendareinsatz pro Woche sind in den meisten Kanzleien das Maximum, schließlich soll auch Zeit für die Ausbildung in den Arbeitsgemeinschaften und für die Prüfungsvorbereitung bleiben. Zudem ist der sinnvolle Zuverdienst von staatlicher Seite begrenzt. Von ihrem Dienstherren, dem jeweiligen Bundesland, erhalten die Referendare eine monatliche Unterhaltsbeihilfe in Höhe von derzeit 900 Euro (Hamburg) bis 1.244 Euro (Thüringen). Fällt der Nebenverdienst zu hoch aus, wird je nach Bundesland die Beihilfe gekürzt.

Wer in der Wahlstation eine Rechtsabteilung oder eine Beratungsgesellschaft von innen kennenlernen will, muss sich mit deutlich geringerem Zusatzverdienst zufriedengeben. Dort erstreckt sich die Bandbreite beim monatlichen Maximum von 400 Euro beim Windenergieunternehmen Enercon bis 1.450 Euro bei Google Germany.

Unternehmen sind weniger spendabel

Die meisten Unternehmen vergüten ihre Referendare nicht nach Wochenarbeitstagen, sondern gehen von einer Vollzeittätigkeit aus. Viele bezahlen ihren Referendaren trotzdem nur einen kleinen Zuschuss für Unkosten wie Wohnung, Verpflegung und ÖPNV.

Falls Referendare ein festes Gehalt bekommen, liegt dies in den meisten von azur befragten Unternehmen zwischen 800 Euro (Allianz, Audi, Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank) und 1.000 Euro (Siemens). BMW liegt mit 1.100 Euro leicht darüber. Bei PricewaterhouseCoopers und Ernst & Young erhalten Referendare bis zu 1.250 Euro im Monat, KPMG zeigt sich mit 1.000 Euro etwas weniger spendabel. (Norbert Parzinger)

Was junge Juristen nach dem Berufseinstieg bei über 300 Arbeitgebern in Deutschland verdienen können, lesen Sie in den aktuellen azur-Gehaltstabellen.