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24.03.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Fernstudium: Open University setzt auf internationales Recht

Der LL.M. an der Open University (OU) ist kürzlich inhaltlich von der dortigen Law School überarbeitet worden. Internationale Gesetze, Verträge, Konventionen und Kulturen finden besondere Beachtung. Die Schwerpunktsetzung auf die Internationalität hat zur Folge, dass das englische Recht nur am Rande behandelt wird.

Die Open University ist eine Fernuniversität mit Sitz in Milton Keynes und weltweiten Aktivitäten, sie gilt als eine der größten staatlichen Universitäten Großbritanniens. Die Zielgruppe der OU für den LL.M.-Studiengang sind Volljuristen, die sich für ihre internationale Karriere weiterentwickeln möchten, Bachelor-Wirtschaftsjuristen (LL.B.), die einen Masterabschluss für ihre Karriere anstreben, Juristen mit erstem Staatsexamen oder Nicht-Juristen aller Fachrichtungen, die in großen internationalen Unternehmen, in regierungsnahen Organisationen oder in Nichtregierungsorganisationen tätig sind.

Einen Numerus Clausus gibt es nicht. Wer im Vergleich dazu an einer Universität in Amerika ein Fernstudium beginnen möchte, muss ein langes Auswahlverfahren durchlaufen. Neben einem TOEFL-Sprachtest müssen eine GMAT-Eignungsprüfung abgelegt und individuelle Zugangsvoraussetzungen erfüllt werden. An der Open University werden neben guten Englischkenntnissen ein anerkannter Hochschulabschluss wie ein Bachelor/LL.B. oder Diplom/Magister vorausgesetzt. Auch ein Abschluss des ersten oder zweiten Staatsexamens, gegebenenfalls mit zusätzlicher juristischer Berufserfahrung, berechtigt zum Studium.

Freie Zeiteinteilung

Ein Fernstudium an der Open University kann verschiedene Vorteile haben. Den Arbeitsaufwand setzt die Hochschule mit 12 bis 16 Wochenstunden an. Wegen der freien Zeiteinteilung muss weder der Beruf aufgegeben werden noch ist ein Wohnortwechsel nötig, da E-Learning-Systeme angeboten werden. Im Vergleich zu einem Fernstudium in den USA ist der Kostenaufwand gering. Bei der Betrachtung von anderen Fernstudium-Angeboten im Vereinigten Königreich sind allerdings deutliche Gebührenunterschiede erkennbar. So kann man bei anderen Anbietern, zum Beispiel bei der University of Edinburgh, ein 32-monatiges Fernstudium absolvieren und bezahlt dafür 5.300 Pfund (umgerechnet ca. 6.400 Euro). Bei einem Studium an der OU liegen die Kosten bei etwa 10.000 Pfund (ca.12.000 Euro) bei einer Dauer von rund drei Jahren.

Die OU wirbt damit, dass Studenten mithilfe dieses Fernstudiums sprachliche Qualifikationen nachweisen können. Allerdings könnte ein Präsenzstudium in Voll- oder Teilzeit an einer britischen Universität dies besser leisten. Zudem scheint fraglich, ob ein im Fernstudium erworbener LL.M. bei Arbeitgebern überzeugen kann. Dennoch ist der LL.M.-Titel der Open University auch in Deutschland voll anerkannt. (Ariane Ulbricht)

Im Internet: http://www.openuniversity.edu/courses/law/master-of-laws-LLM