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25.02.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Köln: Erstes Institut für Sportrecht gegründet

Die Deutsche Sporthochschule Köln hat zu Beginn des Jahres ein neues Institut für Sportrecht gegründet, nach eigenen Angaben das erste universitäre Institut für Sportrecht in Deutschland. Dort ist zugleich die einzige deutsche Professur angesiedelt, die sich ausschließlich dem Sportrecht widmet. 

Olympiastadion BerlinDie Professur für Sportrecht, die bislang als Abteilung dem Institut für Sportökonomie und Sportmanagement zugeordnet war, besetzt seit 2011 Professor Dr. Martin Nolte, der damals von der Universität Kiel gewechselt war. „Forschung und Lehre des Instituts gelten den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fragestellungen des Sports mit Blick auf die selbst gesetzten Regeln des Sports und die staatlichen beziehungsweise zwischenstaatlichen Rechtsnormen mit jeweiligen Wechselwirkungen“, sagt Nolte.

Nolte ist Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Sportmarketing, Richter am Deutschen Schiedsgericht sowie Vorsitzender der Kommission Recht der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) Deutschland. Unter seiner Leitung finden an der Deutschen Sporthochschule Köln regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Sportrecht statt, insbesondere die Kölner Sportrechtstage in Kooperation mit der Universität zu Köln, die 2014 bereits zum sechsten Mal stattfinden, sowie die Kölner Sportrechtsabende. Das Institut finanziert sich auch über Drittmittel. Auftraggeber sind unter anderem die Deutsche Telekom, die Sportwettenüberwachung Sportradar, der Deutsche Fußball-Bund sowie die NADA.

 

Sportrecht an weiteren Hochschulen (Auswahl)

Bayreuth
Professor Dr. Peter Heermann befasst sich an seinem zivilrechtlichen Lehrstuhl auch mit Sportrecht und bietet unter anderem für die Studierenden im Fach Sportökonomie (Abschluss Bachelor of Science, B.Sc.) juristische Lehrveranstaltungen an. Ein Spezialgebiet auf der Forschungsseite ist die Haftung im Sport.

Erlangen-Nürnberg
Am Institut für Recht und Technik wurde vor zehn Jahren eine Forschungsstelle für Deutsches und Internationales Sportrecht gegründet. Deren Leiter, Professor Dr. Klaus Vieweg, hat Ende der 1980er-Jahre die erste deutsche Habilitationsschrift im Sportrecht verfasst.

Gießen
Professor Dr. Jens Adolphsen ist Herausgeber eines Handbuchs über Sportrecht in der Praxis, wesentlich bekannter ist allerdings sein Engagement gegen Doping. Auf internationaler Ebene fungiert Adolphsen, der im Reitsport verwurzelt ist, unter anderem für dessen Weltverband FEI als Vorsitzender des Verbandstribunals.

Leipzig
Das Institut für Deutsches und Internationales Sportrecht veranstaltet seit 2007 alljährlich einen Sportrechtstag. Vorstandsvorsitzender Dr. Rico Kauerhof war in den 1990er-Jahren Fußballprofi, wurde später Rechtsanwalt und ist unter anderem als Lehrbeauftragter an der Universität Leipzig tätig. (Markus Lembeck)