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28.01.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Würzburg: Erste Promotion an der Graduiertenschule ‚Law, Economics and Society‘

Stefan Greil verteidigte im Dezember 2013 erfolgreich als erster Nachwuchswissenschaftler seine Dissertation in der Würzburger Graduate School of Law, Economics and Society. Sein Thema: das deutsche Außensteuergesetz und die sogenannte Funktionsverlagerung.

Greil, der als Dozent an der Bundesfinanzakademie tätig ist, wurde bei seinem Promotionsvorhaben von Professor Dirk Kiesewetter aus den Wirtschaftswissenschaften und Professor Ralf Schenke von der Juristischen Fakultät betreut. Greil ging es nicht nur um die theoretische Würdigung der Funktionsverlagerung, er setzte auch empirische Methoden ein. Zur Beurteilung der 2008 eingeführten Regelung befragte er mehrere Hundert Unternehmensvertreter und Steuerberater zu ihren Erfahrungen und Erwartungen bezüglich der neuen Spielregeln.

Universität Würzburg

Professor Dirk Kiesewetter, Stefan Greil, Professor Ralf Schenke und Professor Hans-Joachim Lauth, alle Universität Würzburg (von links)

Die Bandbreite der Einschätzungen war groß. Allerdings zeigen die Antworten, dass aus Sicht der Praxis eine Steuerverschärfung vorliegt, die Rechtsunsicherheit und damit erhöhten Beratungsbedarf schafft. Die praktischen Problemstellungen kamen in der öffentlichen Disputation der Doktorarbeit ausgiebig zur Sprache.

Die Graduate School of Law, Economics and Society (GSLES) ist eine gemeinsame Einrichtung der juristischen und der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowie der Philosophischen Fakultät II. Die drei Fakultäten hatten zum Wintersemester 2010/11 eine spezielle, gemeinsame Promotionsordnung für die Graduiertenschule verabschiedet. Aktuell sind mehr als 20 Promovierende in der GSLES aktiv und lernen in regelmäßigen Veranstaltungen die Ansätze der jeweils anderen Disziplinen kennen. Sie widmen sich alle einem Forschungsprojekt unter dem breiten Leitmotiv Governance, befassen sich also im weitesten Sinne mit Steuerungsvorgängen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei werden die Nachwuchswissenschaftler durch mindestens zwei Betreuer fachlich begleitet. Bei regelmäßigen interdisziplinären Veranstaltungen wird die Brücke zwischen den verschiedenen Forschungsansätzen und Sichtweisen geschlagen. (Markus Lembeck)