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29.10.2013 | Autor/in: Norbert Parzinger
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London: Großkanzleien fördern studentische Rechtsberatung

Zwei Londoner Nachwuchsjuristen haben eine Initiative zur Pro-Bono-Rechtsberatung durch Studenten ins Leben gerufen. Die „Pro Bono Community“ soll den Einsatz dieser Kräfte in kommunalen „Law Centres“ zentral organisieren und Standards in der Ausbildung und Betreuung der Freiwilligen gewährleisten.

Teilnehmer werden in zwei mehrwöchigen Kursen an der Law School der City University of London ausgebildet. Derzeit laufen Seminare auf Anfängerniveau, im Frühjahr folgt ein Level 2-Kurs. Das Angebot wendet sich an Bachelor-Juristen im letzten Studienjahr und an Teilnehmer weiterführender Studiengänge wie dem Graduate Diploma of Law, dem Legal Practice Course oder dem Bar Professional Training Course. Längerfristig wollen die Initiatoren das Freiwilligenprogramm als feste Säule der Non-Profit-Rechtsberatung in Großbritannien etablieren.

Anschubfinanzierung erhielt die Initiative durch die Legal Education Foundation, eine Stiftung, die nach dem Verkauf des gemeinnützigen College of Law an den Private-Equity-Investor Montagu 2012 eingerichtet wurde. Der laufende Betrieb wird finanziell von mehreren Universitäten und Wirtschaftskanzleien unterstützt, darunter Ashurst, Baker & McKenzie, Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer und Hogan Lovells.

Lokale Law Centres existieren in Großbritannien seit den 1970er Jahren und stehen Rechtssuchenden bei, die selbst keinen Anwalt bezahlen können. Im Mittelpunkt stehen Sozial-, Einwanderungs-, Miet- und Arbeitsrechtsfragen. Ihre Teams aus Rechtsanwälten und Paralegals finanzieren die Zentren bislang zum Großteil über Prozesskostenhilfe.

Die Bandbreite der Fälle, für die Prozesskostenhilfe gewährt wird, ist seit Einführung des Legal Aid, Sentencing and Punishment of Offenders Act (LASPO) im Frühjahr 2013 allerdings deutlich eingeschränkt. Über die letzten Monate mussten einige Law Centres schließen, andere arbeiten mit reduzierter Mannschaft oder beraten nur noch gegen Honorar. Neben öffentlichen Zuschüssen und Spenden setzen zahlreiche Zentren stärker als bisher auf Pro-Bono-Kräfte, für deren Einbindung allerdings weniger Ressourcen denn je zur Verfügung stehen. (Norbert Parzinger)

Website: http://www.probonocommunity.org.uk/

LASPO online: http://www.legislation.gov.uk/ukpga/2012/10/contents/enacted