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25.06.2013 | Autor/in: Markus Lembeck
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Jurastudium: Schwerpunktbereiche vor dem Aus?

An einigen Hochschulen gibt es offenbar derzeit die Überlegung, die Schwerpunktbereiche im Jurastudium abzuschaffen. Eine entsprechende Feststellung traf die Dekanin der Juristischen Fakultät in Heidelberg anlässlich einer Fachtagung.

Die von der Hans-Soldan-Stiftung zusammen mit dem Heidelberger Zentrum für anwaltsorientierte Juristenausbildung organisierte Veranstaltung ging Mitte Juni der Frage nach, ob sich die Erwartungen an die reformierte Juristenausbildung erfüllt haben. Die Diskussion drehte sich vor allem um die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung und die stärkere Praxisorientierung, die mit der Novelle des Deutschen Richtergesetzes 2003 eingeführt wurden.

Während das Vorhaben, sich im Studium mehr an den praktischen Anforderungen des Anwaltsberufs zu orientieren, insgesamt gelobt wird, stehen die Schwerpunktbereiche offenbar in der Kritik. Diese sind eigentlich dazu gedacht, den Studierenden nach der Zwischenprüfung die Möglichkeit einer ersten Spezialisierung zu geben. Aktuell hat zum Beispiel die Heidelberger Uni elf solcher Bereiche im Angebot, die zum Ende des Studiums in einer universitären Prüfung münden (mehr …). Seit der Reform macht dieser Teil 30 Prozent der Note in der ersten juristischen Prüfung aus, der Rest wird wie gehabt im Rahmen eines externen „Staatsexamens“ ermittelt.

Die meisten Jurafakultäten haben die Einrichtung der Schwerpunktbereiche nicht nur auf ihre Studenten zugeschnitten, sondern gleichzeitig auch als Mittel genutzt, um sich im Wettbewerb um Studienanfänger zu profilieren. (Markus Lembeck)