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26.03.2013 | Autor/in: Désirée Balthasar
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Rostock: Juristen beraten zu Aquakulturen in Offshore-Windparks

Eine Forschergruppe der Juristischen Fakultät Rostock betritt Neuland: Sie berät das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. In dem Projekt sollen rechtliche Fragen geklärt werden, die bei der Entwicklung von Marikulturanlagen auftauchen.

Marikultur bezeichnet die kommerzielle Züchtung von Fischen, Muscheln und Algen in Offshore-Windparks. Spezielle rechtliche Fragen ergeben sich dabei, weil die Windkraftanlagen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee liegen, in der sich mehrere Rechtsordnungen überschneiden. Hier müssen das Völker- und Europarecht sowie das nationale Recht miteinander in Einklang gebracht werden.

Weitere rechtliche Unsicherheiten ergeben sich aus den unterschiedlichen behördlichen Zuständigkeiten, etwa bei Antragstellung der Aquakulturbetreiber. Auch die umwelttechnischen Standards sind noch zu klären, denn die Zuchtanlagen sollen möglichst emissionsfrei laufen und die Risiken für die Biodiversität gering bleiben.

Die juristische Forschergruppe wird geleitet von Professor Detlef Czybulka, ehemaliger Prorektor der Universität Rostock und Herausgeber der Zeitschrift für Europäisches Umwelt- und Planungsrecht. Die Juristen haben sich zum Ziel gesetzt, die relevanten Fragestellungen bis zum Jahr 2015 gelöst zu haben, um so die Wirtschaftlichkeit von Marikulturen in der AWZ der Nordsee abschließend beurteilen zu können. (Désirée Schliwa)