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26.03.2013 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Anwaltsausbildung: EU startet Bestandsaufnahme in Mitgliedsländern

Im Auftrag der Europäischen Union durchleuchtet seit einigen Wochen ein Team von Wissenschaftlern die Ausbildungswege und -inhalte für Rechtsanwälte in den Mitgliedsstaaten. Fernziel des Projekts ist die Etablierung homogenerer Standards und ein intensiverer Austausch über nationale Grenzen hinweg.

Die Studie beleuchtet schwerpunktmäßig die Vermittlung europarechtlicher Inhalte und soll nicht zuletzt Lücken in den nationalen Ausbildungsregeln aufzeigen. Auf Grundlage der Bestandsaufnahme wollen die Forscher konkrete Verbesserungsvorschläge entwickeln und einen „Werkzeugkasten“ für den internationalen Austausch bewährter Ausbildungspraktiken anbieten.

Erstellt wird die Studie vom Conseil des barreaux européens (CCBE), in dem Anwaltskammern und Juristenverbände aus alle Unionsstaaten und der Schweiz zusammengeschlossen sind, sowie dem EU-eigenen Forschungs- und Ausbildungszentrum EIPA. Für die Erhebung kontaktieren die Forscher über die nationalen Anwaltskammern sowohl Ausbildungseinrichtungen als auch Kanzleien.

In den vergangenen Jahren hatte sich die EU bereits mit der Ausbildung von Richtern und Justizbediensteten in den Mitgliedsstaaten beschäftigt. Beide Inititiativen gehen auf das Stockholmer Programm aus dem Jahr 2010 zurück, in dem das Europäische Parlament das Ziel formuliert, eine „europäische Kultur der Rechtspflege auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses“ zu fördern.

Zu diesem Zweck will die EU verstärkt Austauschprogramme für Juristen etablieren. Als Vorbild wird ausdrücklich das Studentenaustauschprogramm Erasmus genannt. Zudem sollen geeignete Aus- und Fortbildungseinrichtungen geschaffen werden. Die EU kann dabei auf bestehenden Strukturen wie dem Europäischen Netz für die Aus- und Fortbildung von Richtern und Staatsanwälten oder der Europäischen Rechtsakademie aufbauen.(Norbert Parzinger)