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28.08.2012 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Referendariat: Sprecher fordern in Hessen mehr Geld

Die Landessprecher der hessischen Rechtsreferendare fordern die Erhöhung der Unterhaltsbeihilfe von monatlich 942 Euro auf 1.141 Euro. Dies entspräche dem Satz, den in Hessen Lehramtsreferendare beziehen.

Einerseits, argumentieren die Initiatoren, hätten Juristen im Referendariat eine Dienstpflicht von 42 Stunden pro Woche zu erfüllen und müssten sich alle Nebentätigkeiten vom Dienstherrn genehmigen lassen. Fachliteratur, etwa die unverzichtbaren Gesetzessammlungen und Kommentare, müssten ebenso selbst finanziert werden wie die Vorbereitung auf das zweite Examen. Außerdem erhielten Referendare etwa im öffentlichen Nahverkehr keine Ermäßigungen wie Azubis oder Studenten. Andererseits entspreche die Ausbildungsvergütung einem Stundenlohn von unter 5 Euro und liege unterhalb der gesetzlichen Lohnpfändungsgrenze.

Die Unterhaltsbeihilfe ist je nach Bundesland unterschiedlich bemessen. Die hessischen Referendare werden mit am schlechtesten bezahlt. Die monatlichen Zahlungen liegen derzeit zwischen 900 Euro in Hamburg und 1.197 Euro in Thüringen. Alle an Hessen angrenzenden Länder überweisen ihren Rechtsreferendaren mindestens 1.021 Euro monatlich.

Gerade in Frankfurt gibt es allerdings zahlreiche Möglichkeiten, das Referendarsgehalt kräftig aufzubessern. Eine ganze Reihe von Wirtschaftskanzleien zahlen ihren Referendaren in der Anwalts- und Wahlstation pro Wochenarbeitstag zwischen 500 und 1.000 Euro monatlich. Bei einer Vier-Tage-Woche verdient ein Referendar also bis zu 4.000 Euro brutto dazu. Einige Kanzleien haben die Referendarsvergütung erst im letzten Jahr erhöht (mehr…). (Norbert Parzinger)

Eine Aufstellung der höchsten Referendargehälter finden Sie in der aktuellen Print-Ausgabe von azur100.