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22.05.2012 | Autor/in: Markus Lembeck
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Forschung zum Schiedsrecht: DIS-Förderpreis hat drei Preisträger

Die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) hat ihren wissenschaftlichen Förderpreis 2011/12 auf drei Preisträger aufgeteilt. Die Jury prämierte die Dissertationen von Dr. Frank Spohnheimer und Dr. Lars Markert als gemeinsame Erstplatzierte sowie Dr. Judith Sawang auf dem zweiten Platz. Sie teilen sich das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

 

Lars Markert

Lars Markert (36) beschäftigt sich in seiner Promotion mit Streitschlichtungsklauseln in Investitionsschutzabkommen. Diese Abkommen auf völkerrechtlicher Grundlage sollen Unternehmen bei Investitionen im Ausland absichern. Wird die Absicherung verletzt, kann der betroffene Investor vor einem internationalen Schiedsgericht klagen. Markert zeigt auf, wie die Streitschlichtungsklausen das Investor-Staat-Schiedsverfahren definieren. Er beschreibt die Notwendigkeit, zwischen Zuständigkeit (Jurisdiction) und Zulässigkeit (Admissibility) zu differenzieren.

Markerts Arbeit wurde an der Universität Köln von Professor Burkhard Schöbener betreut. Die Kanzlei Gleiss Lutz, in deren Stuttgarter Büro Markert jetzt Assoziierter Partner ist, hat ihn von Ende 2007 bis Ende 2008 durch die Aufnahme in ihr sogenanntes Promotionsmodell beim Schreiben unterstützt. Die Dissertation wurde schon einmal kurz nach der Fertigstellung ausgezeichnet: Anfang 2010 erhielt Markert den CBH-Preis der Kölner Universität, den die Kanzlei CBH Rechtsanwälte gestiftet hat.

Weiterer erstplatzierter DIS-Preisträger ist Frank Spohnheimer, der in Saarbrücken bei den Professoren Helmut Rüßmann und Annemarie Matusche-Beckmann promoviert wurde. Spohnheimer ist zur Zeit als Akademischer Rat an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität in Hagen tätig. Seine Dissertation mit dem Titel „Gestaltungsfreiheit bei antezipiertem Legalanerkenntnis des Schiedsspruchs“ dreht sich um die prozessualen Gestaltungsmöglichkeiten im Schiedsverfahren.

Als dritte Arbeit zeichnete die DIS-Jury die Dissertation von Dr. Judith Sawang aus und vergab dafür einen zweiten Platz. Sawang hat sich mit „Geheimhaltung und rechtlichem Gehör im Schiedsverfahren nach deutschem Recht“ beschäftigt. Dabei geht es unter anderem um die Möglichkeit, Unternehmensgeheimnisse in Schiedsverfahren zu schützen. Sawang ist Senior Associate bei Hengeler Mueller und hat dort parallel zu ihrer Promotion in Teilzeit gearbeitet, drei Tage pro Woche. Akademischer Betreuer war Professor Wolfgang Voit am Institut für Verfahrensrecht der Universität Marburg.

Da der DIS-Förderpreis in einem zweijährigen Turnus verliehen wird, ist bis zur nächsten Bewerbungsfrist noch etwas Zeit: Arbeiten für die siebte Preisverleihung müssen bis zum 30. Juni 2013 bei der Organisation abgegeben werden. (Markus Lembeck)