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27.03.2012 | Autor/in: Markus Lembeck
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Rostock: Streit um Förderung der Juristischen Fakultät

Der Streit um die Juristenausbildung an der Universität Rostock geht in eine neue Runde. 2006 hatte die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen von Sparanstrengungen beschlossen, den klassischen Studiengang mit dem Abschluss der ersten juristischen Prüfung in Rostock zu schließen (mehr …). Seit 2007/08 läuft dieser Studiengang aus.

Der jetzt zurückgetretene Dekan der Juristischen Fakultät, Professor Dr. Jörg Benedict, hebt die Anstrengungen hervor, die der politische Beschluss damals ausgelöst hat. „Seither ist viel Arbeit in die Umsetzung der Vorgaben gesteckt und ein neuer innovativer Studiengang auf den Weg gebracht worden, der die seit nahezu 150 Jahren beklagten Defizite der Juristenausbildung zu vermeiden und die Rechtswissenschaft auf ein spannendes, zukunftsorientiertes, interdisziplinäres Fundament zu stellen sucht.“ 2010 wurde ein LL.B./Bachelor-Studiengang eingerichtet, der sich unter dem Titel „Wirtschaft, Recht, Gesellschaft – Good Governance“ eine interdisziplinäre Ausbildung zum Ziel setzt. Ursprünglich hatten die Rostocker Juristen ein auf dem Bachelor-Abschluss aufbauendes Studienprogramm im Maritimen Wirtschaftsrecht geplant (mehr …).

Jetzt hat die Landesregierung nach mehrjährigen Verhandlungen mit der Universität und der Juristischen Fakultät beschlossen, die Einrichtung eines konsekutiven Masterstudiengangs – gleich welcher Spezialisierung – nicht zu fördern. So stellt es zumindest der zurückgetretene Dekan dar. Bildungsminister Mathias Brodkorb weist den Vorwurf zurück: Das Scheitern der Verhandlungen im Rahmen einer Mediation behindere nicht die Einrichtung eines Masterstudiengangs, er habe diesen nicht untersagt. Allerdings werde die Finanzierung „nicht aus den Mitteln der anderen Hochschulen im Land zugelassen“, so der Minister. „Das wäre nicht zu verantworten gewesen.“ Mit anderen Worten: Universität und Juristische Fakultät müssten die Finanzierung aus eigenen Mitteln stemmen.

Seit dem Sparbeschluss 2006 ist die Universität Greifswald die einzige Hochschule im Land, die das reguläre Jurastudium anbietet. Der Versuch eines privaten Bildungsanbieters, in Rostock-Warnemünde als Teil einer geplanten Privaten Hanseuniversität ebenfalls Juristen auszubilden, scheiterte 2008 (mehr …). (Markus Lembeck)