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25.10.2011 | Autor/in: Markus Lembeck
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Türkei: Studienalternativen im Fach Jura

Genau 50 Jahre nach dem sogenannten Anwerbevertrag für türkische Gastarbeiter verstärken türkische Hochschulen ihre Aktivitäten, um Studienanfänger aus Deutschland für ihre Studiengänge zu werben. Mit Erfolg: Türkische Universitäten melden zu Beginn des Wintersemesters 2011/2012 hohe Zuwachsraten. Diese Entwicklung wird durch eine Änderung der Hochschulzulassungen in der Türkei erleichtert. In Deutschland lebende Abiturienten können sich, unabhängig von ihrer Staatszugehörigkeit, als internationale Studenten bewerben. Außerdem dürfte der aktuelle Ansturm an deutschen Universitäten, ausgelöst von den ersten G8-Abiturienten und der ausgesetzten Wehrpflicht, viele Studienbewerber zur Suche nach Alternativen veranlasst haben.

„Das ist eine große Chance für alle Bewerber aus Deutschland, da sie den in der Türkei geforderten Einstufungstest umgehen können. Somit steht Ihnen eine größere Auswahl an Studienplätzen zur Verfügung als ihren türkischen Mitbewerbern“, wird  Ayse Özkan, Direktorin des International Office an der Okan Üniversitesi Istanbul, in einer Pressemitteilung der Bildungsberatung Addisco zitiert. Gerade für beliebte Studienfächer wie Jura, Psychologie, Architektur, Kunst und Design oder für  MBA-Programme seien die türkischen Privatuniversitäten, die größtenteils in Istanbul ihren Sitz haben, eine attraktive Alternative. Die Studiengänge sind gebührenfinanziert; für das Jurastudium an der Okan-Universität werden aktuell rund 7.800 Euro pro Jahr berechnet.

Im Fach Jura bestehen zwischen deutschen und türkischen Hochschulen bereits einige Kooperationen. Sowohl in Köln als auch in Bochum gibt es binationale Studienprogramme. Am Aufbau der Türkisch-Deutschen Universität in Istanbul ist für den Fachbereich Rechtswissenschaften die Freie Universität Berlin beteiligt (siehe azur 2/2010: „Deutsche Aufsteiger“). (Markus Lembeck)