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19.09.2011 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Gehälter: Mehr für Referendare, Skadden zieht nach bei Associates

Nach der jüngsten Gebotsrunde bei den Associategehältern (mehr …) erhöhen einige Kanzleien nun auch die Vergütung für Referendare.

Bei Watson Farley & Williams können Juristen zwischen den Examina nun bis zu 400 Euro monatlich pro Wochenarbeitstag verdienen. Bei einer fünf-Tage-Woche kommen Referendare so auf 2.000 Euro monatlich. In ganz anderen Regionen liegen die Referendarsgehälter bei Willkie Farr & Gallagher: Die Kanzlei bietet ihren Referendaren seit Juli 22,50 Euro pro Stunde oder 800 Euro pro Wochenarbeitstag. Das monatliche Maximum beträgt damit 4.000 Euro.

Mit besonders hohen Gehältern für Referendare werben die Kanzleien – auch mit Blick auf die Kappungsgrenzen der einzelnen Bundesländer – bisher eher zurückhaltend. Spitzenreiter ist, soweit bekannt, Milbank Tweed Hadley & McCloy, die ihren Referendaren 1.000 Euro pro Wochenarbeitstag bietet. Gleichauf mit Willkie an zweiter Stelle steht Skadden Arps Slate Meagher & Flom, die ebenfalls 800 Euro pro Wochenarbeitstag bezahlt. An dritter Stelle folgen Linklaters und Sherman & Sterling mit 750 Euro. Jeweils 700 Euro bieten Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, Freshfields Bruckhaus Deringer, Gleiss Lutz und Hengeler Mueller.

Unterdessen hat Skadden auch ihre Associategehälter erhöht. Die Kanzlei bietet Berufseinsteigern seit Juli statt 100.000 wie bisher nun 110.000 Euro Jahresfestgehalt. Abhängig vom Geschäftsergebnis wird zusätzlich ein Bonus gezahlt, der im letzten Jahr rund 20.000 Euro betrug. Über die ersten fünf Jahre steigen das Festgehalt auf 155.000 Euro und der Bonus auf rund 35.000 Euro an. Ab der Ernennung zum European Counsel – eine Vorstufe zur Partnerschaft – verdienen Skadden-Anwälte bis zu 200.000 Euro Fixum jährlich. Eine Erweiterung der Aus- und Fortbildungsprogramme ist zunächst nicht vorgesehen.

Skadden steigt damit wieder in die Spitzengruppe der spendabelsten Arbeitgeber für Juristen auf. Das höchste Fixgehalt zahlt seit der überraschenden Erhöhung auf 125.000 Euro in diesem Frühjahr Milbank. Über die letzten Monate zogen Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, Allen & Overy und wiederum Willkie nach; auch dort können Absolventen inzwischen teils deutlich über 100.000 Euro verdienen. Gleichzeitig haben einige Sozietäten ihre Trainingsprogramme für Associates verbessert. Die Kanzleien reagieren damit auf die nach wie vor angespannte Bewerbersituation: Während Spitzenabsolventen händeringend gesucht werden, ist die Beliebtheit von Wirtschaftskanzleien als erstem Arbeitgeber in den letzten Jahren gesunken. (NP)

Was Referendare derzeit in Wirtschaftskanzleien und Unternehmen verdienen können, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von azur100.

Die aktuellen Gehälter für junge Juristen bei über 300 Kanzleien und anderen Arbeitgebern in Deutschland finden Sie in den azur100-Gehaltstabellen.