News
02.08.2011 | Autor/in: Alke Hamann
Themen in dieser Nachricht:

Tendenz steigend: Weitere Arbeitgeber erhöhen Einstiegsgehälter

Die Gehälter für Berufseinsteiger im Wirtschaftsrecht legen weiter zu. Zuletzt schloss sich Noerr an: Spitzenabsolventen können statt 90.000 nun 95.000 Euro mit nach Hause nehmen.

Um jeweils 5.000 Euro höher liegt das mögliche Maximum inzwischen auch bei Heisse Kursawe Eversheds (85.000 Euro) und White & Case (90.000 Euro). Schon gegen Ende 2010 hatten einige Kanzleien ihre Einstiegsgehälter erhöht, darunter CMS Hasche Sigle und Jones Day (azur berichtete).

Ab Juli 2011 erhalten Berufseinsteiger bei Taylor Wessing ebenfalls 90.000 Euro. Zugleich verabschiedet sich die Kanzlei von der bisher gültigen Spanne zwischen qualifikationsabhängig bezahltem Minimal- und Maximalgehalt. Derzeit beginnt diese Spanne im ersten Berufsjahr noch bei 80.000 Euro, im zweiten Jahr bei 85.000 Euro. Einen ähnlichen Schritt hatte zuletzt Freshfields Bruckhaus Deringer gemacht, die Berufseinsteigern seit Ende 2010 pauschal 100.000 Euro bezahlt. Anders als bei Freshfields sieht das neue Taylor Wessing-Vergütungsmodell in den ersten beiden Jahren allerdings weder Gehaltssteigerungen noch Boni vor. Nach eigenen Angaben will die Kanzlei ihren Associates so die Möglichkeit geben, sich zunächst ohne internen Wettbewerbsdruck zu entwickeln.

Der marktweite Trend geht unterdessen zur stärker leistungsbezogenen Vergütung. Den sogenannten Associate-Lockstep mit automatischen Gehaltssteigerungen hatte etwa Orrick Hölters & Elsing zum Jahreswechsel 2009/10 komplett abgeschafft. Seither hängt dort neben eventuellen Boni auch die Erhöhung des Festgehalts davon ab, wie viel der einzelne Associate leistet. Ähnlich geregelt ist die Bezahlung etwa bei Heuking Kühn Lüer Wojtek oder DLA Piper. Und auch Taylor Wessing setzt ab dem dritten Berufsjahr weiterhin auf eine steigende Leistungskomponente.

Zu den Arbeitgebern, die Spitzenabsolventen mit höheren Salären umwerben, gehören auch Rechtsabteilungen. Siemens, schon bisher eine der lukrativsten Adressen abseits der Wirtschaftskanzleien, erhöhte ihr Maximum zuletzt leicht von 83.000 auf 85.000 Euro. Bei der Deutschen Bank können Inhouse-Anwälte mit bis zu 60.000 Euro sogar 6.000 Euro mehr verdienen als vor einem Jahr – allerdings nur nominell: Ein Teil der bislang gewährten Boni wird nun auf das Festgehalt umgelegt.

NPWas junge Juristen bei über 300 Kanzleien und anderen Arbeitgebern in Deutschland verdienen können, lesen Sie in den aktuellen azur100-Gehaltstabellen.