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02.08.2011 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Gesetzgebung: Uni Würzburg entwickelt Leitfaden für Biotech und Lifescience

Die Biotechnologie entwickelt sich rasant – wenn der Gesetzgeber mithalten will, sind schnelle und wirksame Reaktionen gefragt. Unter dieser Prämisse forscht bis März 2013 ein Team von Würzburger Juristen um den Strafrechtler, Rechtsheoretiker und -informatiker Professor Dr. Dr. Eric Hilgendorf.

Am Ende des Projekts, das den vollen Titel „Biotechnologische Herausforderungen und rechtliche Reaktionsmöglichkeiten. Vorstudien zu einer Gesetzgebungslehre der Humanbiotechnologie“ trägt, soll ein Kriterienkatalog für rechtliche Regelungen stehen.

Den Juristen geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme und Analyse existierender Vorschriften: „Wir schauen nach, welche Faktoren ausschlaggebend für erfolgreiche Regelungen in diesen Bereichen sind“, sagte Hilgendorf. Zugleich wolle man untersuchen, wie sich mögliche Folgen neuer Bestimmungen abschätzen lassen. Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren zählen die Forscher auch kurze Wege bis zur Verabschiedung, etwa durch den Gebrauch von Verordnungen. Dabei gelte es stets, moralische Aspekte und den gesellschaftlichen Konsens zu berücksichtigen.

Das Projekt wird im Rahmen des interdisziplinären Förderschwerpunkts „Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der modernen Lebenswissenschaften und der Biotechnologie“ (ELSA) vom Bundesforschungsministerium mit rund 150.000 Euro unterstützt. Zu den ELSA-geförderten Einrichtungen zählt auch das Mannheimer Institut für Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik, dessen Mitarbeiter noch bis Anfang 2013 den internationalen Gesetzesrahmen sogenannter Biobanken erforschen, in denen humangenetisches Material archiviert wird. Insgesamt stellt das Ministerium für den Themenkomplex Lifescience- und Bioethik rund 3,8 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. (NP)