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29.03.2011 | Autor/in: Markus Lembeck
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„Sturz“ in Bremen: Jura-Dekan abgewählt

Herzog bezeichnete die Abwahl auf einer eigenen Website als infam und unakzeptabel. Gründe für die Abwahl seien nicht angegeben worden. „Mir ist eisiges Schweigen entgegenschlagen“, bloggte Herzog. „Ein solches Verhalten könnte man – wenn man sich nicht zügeln müsste – als ,Putschismus‘ bezeichnen.“ Herzog stellte seine Erklärung unter das Motto: „Verleumde nur dreist, es bleibt immer etwas hängen.“
Die Lokalpresse spekulierte über einen möglichen Zusammenhang der Herzog-Abwahl mit der Affäre um die Doktorarbeit des früheren Bundesverteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg. Ein Kollege Herzogs, Andreas Fischer-Lescano, hatte die Plagiate in Guttenbergs Promotionsschrift durch eine Rezension in der Zeitschrift „Kritische Justiz“ als Erster öffentlich gemacht. Welche interne Auseinandersetzung sich daran entzündet haben soll, ist allerdings nicht bekannt und auch aus den veröffentlichten Meldungen nicht erkennbar. Fischer-Lescano gehörte jedenfalls laut Herzogs Website zu den Kollegen, die seine Abwahl mit beantragt haben.
Das neugewählte Dekanat äußerte sich eine Woche nach der Fachbereichssitzung: „Die Neuwahlen sind ordnungsgemäß durchgeführt worden. Die Rechtmäßigkeit der Neuwahlen ist durch die Universitätsleitung geprüft und bestätigt worden. (…) Callies ist mit den Stimmen aller im Fachbereichsrat vertretenen Hochschullehrer/innen als neuer Dekan gewählt worden.“ Es gebe außerdem keine Verbindung zur Guttenberg-Affäre. Und schließlich: Herzogs Abwahl sei „eine Personalangelegenheit. Deshalb sind die Gründe nicht öffentlich diskutierbar.“
www.felix-herzog.info
www.kj.nomos.de/fileadmin/kj/doc/zu_guttenberg.pdf
www.jura.uni-bremen.de/typo3/cms405/index.php