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30.11.2010 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Deutsch-türkisches Wirtschaftsrecht:Masterstudiengänge in Bochum und Köln

„Wir wollen insbesondere Jurastudentinnen und -studenten mit türkischem Migrationshintergrund dabei helfen, verborgene Schätze zu heben“, sagte Mitinitiator Professor Dr. Gereon Wolters im Gespräch mit azur. „Dabei haben wir sowohl die exzellenten Absolventen unter ihnen als auch jene vor Augen, die nicht über die Note ?ausreichend‘ hinauskommen. Gerade sie können ihren Marktwert durch den Studiengang steigern.“ Das Programm richte sich in erster Linie an Juristen, die eine international ausgerichtete Karriere mit deutschem Mittelpunkt planten, so der Strafrechtler weiter.
Das insgesamt 13-monatige Studium wird in drei Abschnitte gegliedert sein. Am Anfang steht eine siebenmonatige Kursphase mit Schwerpunkten im öffentlichen und privaten Wirtschaftsrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht. Einen Teil der Lehrveranstaltungen übernimmt ein Kreis von elf Bochumer Professoren, die jeweils eine Woche lang in Istanbul unterrichten werden. Parallel sollen die Teilnehmer ihre Kenntnisse der türkischen Rechtsterminologie vertiefen. Im Anschluss folgt ein dreimonatiges Praktikum, darauf die Abfassung der Masterarbeiten.
Pro Kursteilnehmer werden 5.000 Euro fällig, zugleich schreibt die Stiftung Mercator 25 Stipendien in Höhe der Teilnahmegebühren aus. Die Bewerbungsfrist läuft vom 15. Januar bis 15. März 2011. Informationsveranstaltungen finden am 1. Dezember um 16:00 Uhr im Hörsaal HBG 10 der Universität Bochum und am 3. Dezember, ebenfalls 16:00 Uhr, im großen Hörsaal der Universität Hamburg (Rechtshaus) statt. Mit dem Istanbul-Bochumer Programm geht innerhalb kurzer Zeit bereits der zweite deutsch-türkische Masterstudiengang an den Start. Seit Beginn des laufenden Wintersemesters bildet die Universität Köln in Kooperation mit der Istanbul Bilgi Üniversitesizehn Studenten bilingual im deutschen und türkischen Wirtschaftsrecht aus. Für ihren LL.M. verbringen die Teilnehmer je ein Semester am Rhein und am Bosporus; auch dieses Programm umfasst ein achtwöchiges Praktikum.
Größere Pläne verfolgt währenddessen der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der 2009 die Gründung einer deutsch-türkischen Universität (DTU) ankündigte (azur berichtete). Der Grundstein für die Universität, die einmal 5.000 Studenten Platz bieten soll, wurde im Oktober gelegt. Mit Planung und Aufbau derjuristischen Fakultät ist ein Team der Freien Universität Berlin unter Federführung des Staats- und Verwaltungsrechtlers Professor Dr. Philip Kunig beauftragt. Auch an der DTU sollen mittelfristig juristische Masterstudiengänge angeboten werden, etwa im europäischen Wirtschaftsrecht, Verwaltungsrecht oder Strafverfahrensrecht.
Im Internet:
www.ruhr-uni-bochum.de/deut-tuerk-wima
www.jura.uni-koeln.de/dtm.html
„Deutsche Aufsteiger – eine neue Erfolgsgeschichte: Juristen mit türkischen Wurzeln“ ist Titelthema der aktuellen Ausgabe von azur – JUVE Karrieremagazin für junge Juristen.