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28.09.2010 | Autor/in: Markus Lembeck
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Verbraucherrecht: Stiftungsprofessur in Bayreuth besetzt

Die Professur für Verbraucherrecht vereinbart öffentliches Recht mit Zivil- und Strafrecht. Auch der Aufbau einer Forschungsstelle Verbraucherrecht an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gehört zu den Aufgaben Schmidt-Kessels.
Schmidt-Kessel kommt von der Universität Osnabrück. Dort ist er derzeit noch Prodekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften. Sein Engagement in Niedersachsen begann für den 42-jährigen Juristen im Jahr 2003 mit einem Ruf auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäisches Privat- und Wirtschaftsrecht. Seit 2004 war Schmidt-Kessel Professor am Osnabrücker European Legal Studies Institute (ELSI). Von 2007 bis 2009 war er Dekan der Fakultät, 2009/10 Prodekan. Im vergangenen Jahr fungierte er außerdem als Direktor am ELSI sowie als Sprecher der von ihm gegründeten Forschungsstelle für Europäisches Dienstleistungsrecht.
Als Schwerpunkte seiner neuen Aufgabe in Bayreuth sieht Schmidt-Kessel den Umgang mit Kundenpost_daten, die ausgewogenen Behandlung von Informationen für Verbraucher sowie die besonderen Schwierigkeiten von Dienstleistungen an Verbraucher. „Dies alles soll rechtsvergleichend, also für die Rechtsordnungen unterschiedlicher Staaten untersucht werden“ erläutert Schmidt-Kessel.
900.000 Euro hat das Bundesverbraucherschutzministerium bis 2012 für den Lehrstuhl zugesagt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) begleitet das Projekt im Auftrag des Ministeriums. Eine Verlängerungsoption für die Zeit nach 2012 ist bereits eingeplant. Die Universität Bayreuth wird die Anschlussfinanzierung sicherstellen, möglicherweise gefördert durch das bayerische Verbraucherministerium.
Bereits jetzt gibt es in Bayreuth ein Netz an Forschungsaktivitäten, die allesamt das Thema Verbraucherrecht aus ihrem Blickwinkel bearbeiten. Die Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik gehört ebenso dazu wie die Forschungsstellen für deutsches und europäisches Energierecht, für Wirtschafts- und Medienrecht, für deutsches und europäisches Lebensmittelrecht und für Nahrungsmittelqualität. Bezug zum Verbraucherrecht haben auch der Arbeitskreis für Informationstechnologie, das Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaft, das DFG-Graduiertenkolleg „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ und das Intradisziplinäre Forum Franken.
Schmidt-Kessel soll Arbeit und Ergebnisse der Forschungsstellen zusammenführen. Auch für die Studierenden hat die Stiftungsprofessur Auswirkungen. Verbraucherrecht wird ein weiterer Studienschwerpunkt an der juristischen Fakultät.