News
28.09.2010 | Autor/in: Norbert Parzinger
Themen in dieser Nachricht:

Deutsch-spanische Auszeichnung: Julián Sanz del Río-Preis geht an Juristin

Mit ihrer rechtsvergleichenden Arbeit überzeugte die Preisträgerin eine Jury, die der DAAD und sein spanisches Pendant Fundación Universidad.es gemeinsam gestellt hatten. Die mit zwei mal 5000 Euro dotierte Auszeichnung soll von nun an jährlich verliehen werden.
Feldmann, die heute als Staatsanwältin in Stuttgart Wirtschaftskriminelle verfolgt, hatte ihre Promotionsschrift 2009 an der Universität Passau und der Universidad Complutense de Madrid abgeschlossen. Die mit „summa cum laude“ bewertete Dissertation trägt den vollen Titel „Die Strafbarkeit der Mitwirkungshandlungen am Suizid. Ein Vergleich der Rechtslage in Deutschland und Spanien unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung in beiden Ländern mit rechtspolitischer Ausrichtung“.
Um den Preis konnten sich deutsche und spanische Nachwuchswissenschaftler verschiedener Fachrichtungen mit Promotionsschriften aus den letzten zehn Jahren bewerben. Gesucht waren dabei nicht nur Arbeiten, die sich inhaltlich mit Spanien, Deutschland oder den spanisch-deutschen Beziehungen befassten, sondern auch Forscherlaufbahnen, die auf einem „regen Austausch“ zwischen beiden Ländern aufbauen. Zusätzlich zum Preisgeld erhalten die Gewinner ein einmonatiges Forschungsstipendium im jeweils anderen Land. Zweiter Preisträger neben Feldmann ist der Madrider Zeithistoriker Carlos Sanz Díaz.
Benannt ist der Preis nach dem spanischen Juristen und Philosophen Julián Sanz del Río, der Mitte des 19. Jahrhunderts nach einem Studienaufenthalt in Deutschland die Humboldtsche Bildungstheorie und die idealistische Gesellschaftsphilosophie Karl Christian Friedrich Krauses nach Spanien importierte. Insbesondere der „Krausismo“ gilt als das geistige Fundament der ersten spanischen Republik.