News
31.08.2010 | Autor/in: Norbert Parzinger
Themen in dieser Nachricht:

Deutscher Studienpreis geht an Frankfurter Gender-Juristin

Die Preisträgerin, die derzeit ihr Referendariat absolviert, untersucht in ihrer Arbeit die rechtliche Situation von Menschen, die mit männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen zugleich geboren werden. Mit den noch heute gebräuchlichen Hormonbehandlungen und operativen Eingriffen im Kleinkindalter werden, so Kolbe, routinemäßig Grundrechte verletzt. Abhilfe ließe sich unter anderem dadurch schaffen, dass die Pflichtkategorien „männlich“ oder „weiblich“ im Geburtenregister wenigstens um eine dritte Möglichkeit erweitert würden. Nach dem Zweiten Staatsexamen möchte Kolbe weiter an der Schnittstelle von Geschlechterforschung und Rechtswissenschaft arbeiten.
Einen von sechs Zweiten Preisen erhält die Leipziger Juristin Dr. Katharina Kern, deren Arbeit sich dem Umgang mit Umweltrisiken aus Arzneimittelrückständen widmet. Insgesamt hatten sich dieses Jahr 391 Postdoktoranden aller Fachrichtungen um den Studienpreis beworben.
Die 1959 gegründete Körber-Stiftung, Eigentümerin des Maschinenbaukonzerns Körber AG, wendet jährlich etwa 15 Millionen Euro für wissenschaftliche, politische, soziale, Bildungs- und Kulturprojekte auf. Mit dem seit 1996 vergebenen Studienpreis prämiert die Stiftung exzellente Dissertationen von besonderer gesellschaftlicher Relevanz, darunter immer wieder auch juristische Arbeiten. 2009 ging ein Spitzenpreis an Dr. Alexander Hellgardt, der am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht zum Thema Kapitalmarkthaftung promoviert hatte.
www.koerber-stiftung.de/wissenschaft/deutscher-studienpreis.html