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27.07.2010 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Hamburg: Ein Juraprofessor und 150 rote Luftballons

Allerdings erwägt der Professor, bei vergleichbaren Bedingungen in der Hansestadt zu bleiben. Seit einigen Wochen verhandelt er darüber mit dem Präsidium der Hamburger Universität. Akut wird der mögliche Wechsel erst im Sommer 2011: Zunächst wird Bork ein Jahr lang in Oxford forschen.
Über die Mauern der Hochschule hinaus erregten Borks Wechselpläne zuletzt Aufsehen, weil die Hamburger Studenten vehement gegen seinen Weggang protestierten. Innerhalb von zehn Tagen beteiligten sich über 1.000 angehende Juristen an einer Unterschriftenaktion. Die Unterzeichnerliste wurde Bork im Rechtshaus der Hamburger Universität überreicht. Außerdem hatten die Studenten Gründe für ein Bleiben Borks gesammelt, auf Karten geschrieben und an 150 roten Luftballons befestigt. „Sollte ich nach Bonn gehen, dann würde mir der Abschied von hier sehr schwer fallen“, sagte der Hochschullehrer Vertretern der örtlichen Presse.
Ende der achtziger Jahre hatte sich Bork in Bonn habilitiert und zunächst vertretungshalber dort und in Bielefeld gelehrt. 1989 übernahm er als damals jüngster deutscher Universitätsprofessor den Bonner Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, 1990 entschied er sich für den Wechsel an die Universität Hamburg, wo er sich unter anderem auf Insolvenzrecht spezialisierte. In den neunziger Jahren lehnte er Rufe nach Tübingen und Göttingen ab; auch damals setzten sich Studenten für sein Bleiben ein. Neben seiner Universitätslaufbahn genießt Bork seit Jahren bundesweites Ansehen als Gutachter in strittigen insolvenzrechtlichen Fällen.