News
24.11.2009 | Autor/in: Alke Hamann
Themen in dieser Nachricht:

Forschung: DFG gibt Geld für Juristen in Hamburg und Bremen

HAMBURG – Unter den elf neuen Graduiertenkollegs, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten fünf Jahren fördern wird, ist auch ein juristisches Projekt der Hamburger Universität.

Das Hamburger Kolleg ist am Institut für Recht und Ökonomik der Universität Hamburg angesiedelt und erhält zwei Millionen Euro aus der DFG-Kasse. Leiter ist Professor Dr. Thomas Eger. Graduiertenkollegs bieten einen Rahmen für die Forschung und Qualifizierung von Doktoranden. Ab April 2010 werden fünfzehn Doktoranden und ein Postdoktorand in der Hansestadt forschen. Sie wollen Methoden und Konzepte der ökonomischen Analyse auf Fragestellungen des internationalen Rechts anwenden. Auch die Interaktion mit nationalem Recht spielt eine Rolle. Das Thema drängt: Es geht beispielsweise um die optimale Zuweisung von Nutzungsrechten an international genutzten Ressourcen sowie die Motive und Auswirkungen, wenn internationales Recht angewandt und durchgesetzt wird.

Der Innovationsgehalt des Graduiertenkollegs ergibt sich vor allem aus der konsequenten Anwendung des Instrumentariums der ökonomischen Analyse des Rechts auf das Völkerrecht und dessen Interdependenz mit nationalen Rechtsnormen. Im Vergleich zu bisherigen Ansätzen wird der Schwerpunkt des Graduiertenkollegs explizit auf rechtlichen Aspekten und Details liegen. Die Anwendung der in der ökonomischen Analyse des Rechts bewährten spieltheoretischen und ökonometrischen Ansätze wird bei dafür geeigneten Themen gefördert. Eine ökonomisch orientierte Rechtsvergleichung soll das Forschungsprogramm in methodischer Hinsicht abrunden.

Im Internet: www.ile-hamburg.de

BREMEN – Rechtswissenschaftler der Universität Bremen erforschen in einem neuen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt Lösungen für die Verwendung von genetischen Ressourcen. Die bestehenden Regelungen sind ihrer Meinung nach ineffektiv und ungerecht.

Die genetischen Eigenschaften von Pflanzen und Tieren gehören den Staaten, in denen diese vorkommen. Wer sie erforschen und vielleicht aus ihnen Produkte wie etwa Medikamente oder Saatgut entwickeln will, muss die Zustimmung des jeweiligen Ressourcenstaates einholen und wissenschaftliche Erkenntnisse mit ihm teilen. Auch wenn neue Produkte Gewinn abwerfen, muss der Ressourcenstaat beteiligt werden. Ein bekannter Fall ist die Verwendung des indischen Neem-Baumes für eine Vielzahl von Produkten im Pflanzenschutz sowie für Dünge- und Arzneimittel. Dass globale Konzerne manche der Pflanzeneigenschaften patentierten, führte zu weltweiten Vorwürfen der Biopiraterie.
Nach den Ergebnissen eines Vorläuferprojekts, das Professor Gerd Winter und Dr. Evanson Chege Kamau von der Bremer Forschungsstelle für Europäisches Umweltrecht (FEU) durchgeführt haben, sind die bestehenden Regelungen nicht effektiv, weil ein Ressourcenstaat die Verwendung der Ressourcen nicht kontrollieren kann. Ungerecht sind sie, da die Ressourcen meist in mehreren Staaten vorkommen und die Vorteilsbeteiligung nicht nur einem von ihnen zufließen sollte. In ihrem Forschungsprojekt erarbeiten Winter und Kamau deshalb neue Lösungen. Dazu sollen Pools aus genetischem Material und genetischem Wissen eingerichtet werden, bei deren Verwertung Ressourcen- und Nutzerstaaten besser zusammenwirken können. In ihrem neuen DFG-Projekt werden sie bereits existierende Varianten von Pools auswerten und Vorschläge für einen rechtlichen Rahmen erarbeiten. Die DFG fördert das Projekt mit dem Titel „Common pools genetischer Ressourcen“ in den nächsten drei Jahren mit 350.000 Euro. Die Vorschläge sollen in die Vorbereitungen der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über Biodiversität einfließen, die im Oktober 2010 in Japan stattfindet. (Alke Hamann)

Im Internet: www.feu.uni-bremen.de