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27.10.2009 | Autor/in: Alke Hamann
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Stiftungsprofessuren: Kiel und Bayreuth bauen aus

Professor Martin Nolte hat sich nicht nur als Sportrechtler einen deutschlandweiten Namen gemacht, sondern ist auch Kenner des Sports: Er war selbst jahrelang erfolgreicher Leistungssportler und ist heute ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) sowie des Landessportverbandes Schleswig-Holstein. Im vergangenen Jahr war angekündigt worden, dass er einen Lehrstuhl an der privaten Hanse-Universität in Rostock-Warnemünde besetzen sollte, doch die Hochschule stellte ihren Betrieb kurz danach ein.
Die neue Professur ist am Institut für Sport- und Sportwissenschaften der Philosophischen Fakultät angesiedelt. Für Professor Nolte stehen Themen wie strafrechtliche und kartellrechtliche Grenzen des Sponsorings, die Dopingproblematik, Werbeverbote oder Veranstalterschutzrechte im juristischen Fokus. Weitere Fragestellungen betreffen die Gestaltung des Sportwettenmarktes in Deutschland, die Rolle der Medien speziell im Bereich der Sportberichterstattung und die steuerliche Begünstigung des Sports. Ferner geht es um die Bekämpfung der Gewalt im Sport und bei Sportveranstaltungen. Und letztlich stellt sich die Frage nach länderübergreifender Zusammenarbeit gegen kriminelle Aktivitäten wie Korruption, Geldwäsche und Dopingmittelhandel.
„Der Sport ist grundsätzlich autonom und löst daher auch Konflikte und Probleme zunächst selbst“, sagt Sportrechtler Nolte. „Es gibt jedoch immer mehr Bereiche, in denen die Selbstregulierungskräfte des Sports an ihre Grenzen stoßen.“ Die spezifischen Herausforderungen des Sportrechts lägen darin, die Wechselwirkungen zwischen Sportverbandsrecht und staatlichem Recht angemessen auszuloten und weiterzuentwickeln. „Das ist eine große Aufgabe, die eine Spezialisierung auf Sportrecht erfordert“, unterstreicht Professor Nolte.

Die Universität Bayreuth erhält eine Stiftungsprofessur für Verbraucherrecht. Die Professoren Markus Möstl und Stefan Leible haben die Bayreuther Bewerbung beim Bundesverbraucherschutzministerium nach vorne gebracht, der Startschuss soll im Sommersemester 2010 fallen. 900.000 Euro hat das Bundesverbraucherschutzministerium bis zur zweiten Jahreshälfte 2012 für die Stiftungsprofessur zugesagt. Für den neuen Lehrstuhl sind auch fünf Doktorandenstellen und sechs Stellen für studentische Hilfskräfte vorgesehen.
Für Bayreuth sprach das Netz an Forschungsaktivitäten, die allesamt das Thema Verbraucherrecht aus verschiedenen Blickwinkeln bearbeiten. Die Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik gehört ebenso dazu wie die Forschungsstellen für deutsches und europäisches Energierecht, für Wirtschafts- und Medienrecht, für deutsches und europäisches Lebensmittelrecht und für Nahrungsmittelqualität. Bezug zum Verbraucherrecht haben auch der Arbeitskreis für Informationstechnologie, das Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaft, das DFG-Graduiertenkolleg „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ und das Intradisziplinäre Forum Franken. „Diese Forschungsstärke war eines unserer besten Argumente. Sie wird bei der Entscheidung des Ministeriums sicher eine Rolle gespielt haben“, so Möstl. „Nur wenige Universitäten in Deutschland verfügen über ein solches Netzwerk.“
Auch nach innen wird die Stiftungsprofessur wirken. Verbraucherrecht wird neben den bereits vorhandenen sieben anderen ein Studienschwerpunkt an der Fakultät Rechts- und Wirtschaftswissenschaften werden.