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25.11.2008 | Autor/in: Markus Lembeck
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Drei Jahre Pause: Bachelor und Master für Juristen

Noch etwas langsamer als die Mühlen der Justiz mahlen die Mühlen der Justizministerkonferenz: Die Minister der Bundesländer nehmen sich weitere drei Jahre Zeit, um eine grundlegende Änderung des Jurastudiums zu prüfen.Auf ihrer Herbstkonferenz in der vergangenen Woche in Berlin beschlossen die Ministerinnen und Minister, bis 2011 weiter zu überlegen, ob eine Umstellung des juristischen Studiums auf Bachelor- und Master-Abschlüsse in Frage kommt. Zwar wurde ein Bericht des „Koordinierungsausschusses zur Juristenausbildung“ angehört, der die Erfahrungen von deutschen und europäischen Hochschulen mit juristischen Bachelor-/Master-Studiengängen zusammenfasst und auch mögliche Auswirkungen auf juristische Berufe bewertet. Allerdings gab es keine Entscheidung, ob und wie man die gewonnenen Erkenntnisse für eine Studienreform verwerten könnte. Vielmehr erhielt der Ausschuss den Auftrag, „angesichts der aktuellen Diskussion in der juristischen Fachwelt“ unterschiedliche Modelle zu prüfen.
Ebenfalls auf die lange Bank geschoben wurde eine Bewertung der letzten Studienreform, die mit der Änderung des Deutschen Richtergesetzes im Sommer 2003 in Kraft getreten war. Seitdem gibt es für die Jura-Studierenden universitäre Schwerpunktbereiche, die an den einzelnen Hochschulen individuell angeboten und geprüft werden. Die Justizministerkonferenz will abwarten, bis mehrere Abschlussjahrgänge zu den Ergebnissen dieser Reform befragt werden konnten. Auch hier soll „spätestens 2011“ erneut ein Bericht angehört werden. Einige Hochschullehrer äußerten sich in der Vergangenheit bereits skeptisch über die Auswirkungen, weil sie durch die universitätsinternen Prüfungen eine schleichende Anhebung des Notendurchschnitts befürchten.
Derweil liegen bereits verschiedene Reformvorschläge auf dem Tisch. Das Justizministerium von Nordrhein-Westfalen hatte erst Ende Oktober ein eigenes Konzept veröffentlicht. Auch in Baden-Württemberg und vor allem in Hamburg wird über Reformen intensiv diskutiert. Unter der Ägides des Hamburgischen Anwaltvereins und der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen fand vor wenigen Tagen bereits das dritte Symposium zur Studienreform statt. Kernelemente des Hamburger Modells sind ein vierjähriges Bachelor-Studium, die Umwandlung des ersten Staatsexamens in eine Eingangsprüfung für das Referendariat und die Abschaffung des zweiten Staatsexamens. (ML)
Im Internet: http://www.jumiko.de
http://www.reform-der-juristenausbildung.de
http://www.djb.de