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28.10.2008 | Autor/in: Markus Lembeck
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Großbritannien: Banker schwenken auf Jura um

Die Bankenkrise hat nicht nur Auswirkungen auf das Finanzsystem. Auch die Karrierechancen bei Investmentbanken werden zunehmend negativ bewertet und führen zu steigendem Andrang bei den Ausbildungsprogrammen für juristische Berufe.Die führenden Anbieter der entsprechenden Kurse melden in diesem Jahr laut der englischen Anwaltszeitung „The Lawyer“ bis zu 24 Prozent mehr Bewerbungen. Landesweit ist das Interesse um 13 Prozent angestiegen.
Dieser deutliche Aufschwung ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass diejenigen Absolventen, die eigentlich bei einer Investmentbank anfangen wollten, dort nicht mehr landen können oder von sich aus eine Alternative suchen. Juristische Berufe gelten als weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen als Bankberufe. Andererseits gibt es Presseberichte, dass Londoner Kanzleien in diesem Jahr bereits über 700 Anwälte entlassen haben – ebenfalls in Folge der weltweiten Finanzkrise.
Trotzdem orientieren sich deutlich mehr Berufsanfänger als früher in Richtung Anwaltschaft. Mit dem Erwerb des sogenannten „Graduate Diploma in Law“ (GDL) schaffen die Interessenten die akademischen Voraussetzungen, um Solicitor oder Barrister zu werden. Das GDL wird nach einem einjährigen Kurs abgeschlossen, kann aber auch berufsbegleitend absolviert werden. Das Fach des ersten Studienabschlusses spielt in Großbritannien keine ausschlaggebende Rolle. (ML)