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26.09.2008 | Autor/in: Markus Lembeck
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Juristisches Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam

An der Juristischen Fakultät der Universität Dar es Salaam in Tansania wurde Anfang September das Tansanisch-Deutsche Fachzentrum für Rechtswissenschaft eröffnet. Das Fachzentrum kam durch die langjährige Zusammenarbeit der Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam zustande. Es bietet einen Masterstudiengang mit dem Abschluss LL.M. (Master of Laws) an, der 18 Monate umfasst und bereits im September 2008 startet. Im kommenden Jahr folgt ein dreijähriges rechtswissenschaftliches Promotionsprogramm. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt das Zentrum finanziell. Das DAAD-Förderprogramm „Einrichtung von universitären Fachzentren zur Ausbildung von Führungseliten in Afrika“ ist neu und wird neben Dar es Salaam noch vier weitere Zentren fördern. So wird an der University of Western Cape in Südafrika ein Zentrum entstehen, in dem Führungskräfte in der Strafjustiz und Verbrechensprävention ausgebildet werden. Kooperationspartner in Deutschland ist die Jura-Fakultät der Humboldt-Universität Berlin.
Die Ausbildung wendet sich an Studieninteressierte aus Tansania und den anderen Mitgliedsstaaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft – Burundi, Kenia, Ruanda und Uganda. Es bietet begabten Studierenden die Möglichkeit, sich für herausgehobene berufliche Positionen zu qualifizieren. Im Vordergrund steht dabei neben der Ausbildung für klassische juristische Berufe auch die Vorbereitung auf Führungspositionen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und internationalen Organisationen.
Schwerpunkte liegen in den Bereichen Verfassungsrecht, Menschenrechte und Rechtsvergleichung. Die Inhalte sind ausgerichtet auf die Region und behandelt sowohl die rechtlichen Strukturen der Ostafrikanischen Gemeinschaft als auch die Rechtsordnungen ihrer Mitgliedsstaaten. Spezielle Fachkurse bieten die Möglichkeit, sich mit Grundzügen des deutschen und europäischen Rechts vertraut zu machen.
Das zunächst auf die Dauer von fünf Jahren angelegte Programm bietet insgesamt 40 LL.M.-Studierenden und zehn Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, mittels Vollstipendien ihre Studienabschlüsse zu erreichen.
Die Koordination des tansanisch-deutschen Fachzentrums liegt in den Händen eines „Academic Committee“ mit dem Dekan der juristischen Fakultät der Universität Dar es Salaam, Prof. Dr. Sifuni E. Mchome und Dr. Kennedy Gastorn, der in Bayreuth promoviert hat. Auch die Bayreuther Rechtswissenschaftler Privatdozent Dr. Harald Sippel und Professorin Dr. Ulrike Wanitzek, die seit vielen Jahren in der Afrikaforschung tätig sind, wirken dort mit. „Wir werden uns gemeinsam mit unseren tansanischen Kolleginnen und Kollegen für ein umfassendes Qualitätsmanagement der neuen Ausbildungsangebote einsetzen“, betont Wanitzek, die die Projektleitung des Fachzentrums übernommen hat. „Darüber hinaus wollen wir ein gemeinsames Alumni-Netzwerk aufbauen, das die enge Kooperation der Universitäten Dar es Salaam und Bayreuth weiter vertiefen wird.“
Im Internet: http://www.ias.uni-bayreuth.de