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26.08.2008 | Autor/in: Markus Lembeck
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Bundesstiftung fördert Forschungen zur Finanzstabilität

Die Stiftung „Geld und Währung“ fördert mit insgesamt drei Millionen Euro Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler, die auf dem Gebiet der Währungs- und Finanzstabilität promovieren wollen. Die Universität Frankfurt am Main sowie ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Halle-Wittenberg und Jena teilen sich die Summe über fünf Jahre, Beginn ist im Wintersemester. Dabei setzt die Goethe-Universität Frankfurt auf ein englischsprachiges Graduiertenkolleg mit der Überschrift „Law and Economics of Money and Finance“. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Friedrich-Schiller-Universität Jena verwenden das Geld für ein gemeinsames Graduiertenkolleg über „Konstitutionelle Grundlagen globalisierter Finanzmärkte – Stabilität und Wandel“.
Den Großteil der Fördermittel sollen Stipendiaten erhalten. In einem zweijährigen verbindlichen Kursprogramm vertiefen die Teilnehmer der Kollegs ihr Wissen aus dem Erststudium. Dabei arbeiten Juristen und Wirtschaftswissenschaftler interdisziplinär zusammen. Ein drittes Förderjahr dient dem Abschluss der Dissertation. Die Stiftung wurde 2002 von der Bundesrepublik Deutschland gegründet, um die wissenschaftliche Forschung im Bereich internationaler Finanz- und Währungsbeziehungen zu fördern.
Im Internet: http://www. stiftung-geld-und-waehrung.de
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FRANKFURT: Law and Economics of Money and Finance

Das Graduiertenkolleg an der Goethe-Universität Frankfurt spricht mit seinem englischsprachigen Programm einen internationalen Teilnehmerkreis an. Auch thematisch wollen die Frankfurter Initiatoren der internationalen Ausrichtung der Forschung über Kapitalmärkte Rechnung tragen.
Deutsche Teilnehmer an diesem Programm lernen in einem internationalen Umfeld durch das verbindliche Kursprogramm aktuelle Fragen im Querschnittsbereich von Recht, Wirtschaft und Finanzen kennen und erarbeiten mit anderen Doktoranden aus den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften neue Forschungsfelder. Sie können sich mit einem rechts- oder wirtschaftswissenschaftlichen Studienabschluss – ausnahmsweise auch in einem anderen Fach – und guten englischen Sprachkenntnissen um eines der Stipendien bemühen. Jährlich stehen fünf Vollstipendien mit einer Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung.
Im Graduiertenkolleg in Frankfurt wirken jeweils fünf Hochschullehrer aus den Fachbereichen Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften mit. Sie werden die Doktoranden bei der Anfertigung ihrer Dissertationen gemeinsam betreuen, am Lehrprogramm mitwirken und im Rahmen von Workshops, Tagungen und Diskussionsveranstaltungen zusammen mit Kollegen aus dem In- und Ausland die wissenschaftliche Zielsetzung des Graduiertenkollegs unmittelbar gestalten.
Im Internet: http://www.jura.uni-frankfurt.de

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HALLE-WITTENBERG/JENA: Konstitutionelle Grundlagen globalisierter Finanzmärkte – Stabilität und Wandel

Das Graduiertenkolleg der beiden ostdeutschen Universitäten widmet sich der Frage, wie grundlegende Regeln auf den internationalen Finanzmärkten zur Gewährleistung von Finanzsystemstabilität fortentwickelt und gesichert werden können. Bereits im ersten Jahr sollen acht bis zehn Stipendiaten aufgenommen werden, insgesamt sind 20 Plätze vorgesehen.
„Es gibt eine ganze Reihe von aktuellen Herausforderungen, die es erschweren, den Finanzmärkten Rahmenbedingungen aufzuerlegen“, sagt der Jenaer Professor Dr. Christoph Ohler, Sprecher des Kollegs. „Als Faktoren zu nennen sind zum Beispiel die erhebliche Innovationskraft der Märkte, ihre sich ständig wandelnde Verflechtung und das Auseinanderfallen zwischen ihrer globalen Dimension und der regional begrenzten Steuerungskraft öffentlicher Stellen.“ Ziel des Forschungsprogramms sei es daher, vor dem Hintergrund erheblicher Erkenntnisunsicherheit Ordnungsziele zu finden, die als Stabilitätsanker wirken können.
„Natürlich werden auch Forschungen zur Angemessenheit der internationalen Finanzarchitektur im Lichte des Zieles Systemstabilität eine Rolle spielen“, ergänzt Prof. Dr. Christian Tietje, Direktor des Instituts für Wirtschaftsrecht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. „Zudem soll untersucht werden, welche Teilmärkte von besonderer Bedeutung für das Stabilitätsziel sind und deshalb spezifische Herausforderungen für Geldpolitik, Wirtschaftspolitik und die Finanzmarktaufsicht begründen.“
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beiden mitteldeutschen Universitäten in Jena und Halle ist in zahlreichen Projekten erprobt, auch im Bereich der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Beide Hochschulen bieten bereits spezielle Aufbaustudiengänge zum Wirtschaftsrecht an. Der Studiengang Wirtschaftsrecht in Halle existiert seit 1997 und ist der älteste Master-Studiengang zu diesem Thema in Deutschland. In Jena können Absolventen der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften im Studiengang „Privates und Öffentliches Wirtschaftsrecht“ seit 1998 ihre Kenntnisse vertiefen und erweitern.
Im Internet: http://www.rewi.uni-jena.de
http://www.jura.uni-halle.de