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27.05.2008 | Autor/in: Markus Lembeck
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Jugendkriminalität und Strafrecht: Fachübergreifendes Zentrum in Kiel

Die Universität Kiel hat im April ein Zentrum für Rechtspsychologie, Kriminalwissenschaften und forensische Psychopathologie eröffnet.“Die teilweise hitzigen und nicht immer sachlich geführten Debatten der letzten Zeit über Jugendkriminalität haben – ähnlich wie schon zuvor die über Schutzaltersgrenzen oder über Sexualkriminalität – gezeigt, wie notwendig eine fachübergreifende Zusammenarbeit der in diesem Feld tätigen Experten ist“, erklärte der Psychologe Professor Dr. Günter Köhnken, einer der Gründer des Zentrums.
Die Gebiete Rechtspsychologie, Kriminalwissenschaften, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Sexualmedizin werden von der neuen Einrichtung einbezogen. Ziel ist es, Forschungsprojekte zwischen den beteiligten Disziplinen enger zu vernetzen, aber auch gemeinsame Lehrveranstaltungen der Fächer Psychologie, Recht und Medizin anzubieten.
Das jüngste Forschungsprojekt, das im Rahmen dieser Zusammenarbeit gerade von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, widmet sich der Frage, wann ein jugendlicher Straftäter strafrechtlich verantwortlich ist. Auf juristischer Seite ist Professor Dr. Heribert Ostendorf beteiligt, der bereits die Forschungsstelle für Jugendstrafrecht und Kriminalprävention ins Leben gerufen hat. Mit dem Entwicklungspsychologen Thomas Bliesener und dem Psychodiagnostiker Günter Köhnken entwickelt er jetzt einen Leitfaden für die Gerichtspraxis, der die Beurteilung künftig erleichtern soll.
Im Internet: www.zrkfp.uni-kiel.de