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26.02.2008 | Autor/in: Markus Lembeck
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Breites Forschungsthema „Transitional Justice“

Transitional Justice ist ein relativ neues wissenschaftliches Konzept, das Aufarbeitungs- und Bewältigungsstrategien für Postkonflikt-Gesellschaften nach schwersten Menschlichkeitsverbrechen und Völkermord umfasst.Fächer wie Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaft, Soziologie, Pädagogik und vergleichende Religionswissenschaft sind darin ebenso vertreten wie die Rechtswissenschaft.
Dem Thema Transitional Justice sind Marburger Forscher mit Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nachgegangen. Das Zentrum für Konfliktforschung (ZfK)und das Internationale Forschungs- und Dokumentationszentrum für Kriegsverbrecherprozesse (ICWC), beide an der Philipps-Universität angesiedelt, haben auf einer Tagung den aktuellen Forschungsstand erörtert. „Wir möchten damit den interdisziplinären Austausch sowie die Verbindung von Forschung und Praxis der Friedensarbeit fördern“, erklärten die Initiatoren Professor Dr. Christoph Weller und Professor Dr. Christoph Safferling.
Grundlage des Workshops war eine Studie zum aktuellen Forschungsstand und zu bisherigen Erfahrungen aus der Praxis von Dr. Undine Whande und Stephanie Schell-Faucon. Für das Thema hatten die Marburger den Teilnehmerkreis möglichst weit gesteckt. Fächer wie Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaft, Soziologie, Pädagogik und vergleichende Religionswissenschaft waren ebenso vertreten wie die Rechtswissenschaft.
Auch Organisationen aus der zivilen Konfliktbearbeitung wie etwa der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungspolitische Friedensarbeit (FriEnt) hatten Teilnehmer entsandt. Ihre Beteiligung ist wichtig für den Praxisbezug der Aktivitäten.
Das ZfK bündelt verschiedene Lehr- und Forschungsaktivitäten, die sich auf gesellschaftliche und internationale Konfliktlagen konzentrieren. Das 2001 gegründete Zentrum ist eine Einrichtung der Marburger Universität zur interdisziplinären Zusammenarbeit in der Friedens- und Konfliktforschung. Es bietet unter anderem einen Masterstudiengang Peace and Conflict Studies an.
Das ICWC besteht an der Philipps-Universität seit 2003. Neben der Archivierung und Dokumentation historischer Kriegsverbrecherprozesse und der Forschung zu Fragen des internationalen Strafrechts und Transitional Justice leistet das Projekt aktuellen Institutionen des Völkerstrafrechts und der Friedensarbeit praktische Unterstützung.

Im Internet:
http://www.uni-marburg.de/konfliktforschung
http://www.icwc.de