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28.11.2007 | Autor/in: Markus Lembeck
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Terrorismus und Kommunalrecht: Preise für Rechtswissenschaftler

An der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster sind die diesjährigen
Harry-Westermann-Preise verliehen worden.Den mit 2.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt Dr. Gudrun Dahme für ihre Dissertation über „Terrorismusbekämpfung durch Wirtschaftssanktionen“. Der mit 1.000 Euro dotierte zweite Preis ging an Michael Veddern für seine Doktorarbeit über „Immaterialgüterrechte in der europäischen Vertragsforschung“. Petra Pheiler-Cox mit der Arbeit „Präzisierung des § 1381 BGB“ und Christoph-Georg Baum, der über „Jugendmedienschutz als Staatsaufgabe“ geschrieben hat, freuen sich über mit jeweils 500 Euro dotierte dritte Plätze.
Im Rahmen der Feierstunde wurde auch der diesjährige Habilitationspreis der Juristischen Studiengesellschaft zu Münster an Privatdozentin Dr. Elke Mildenberger verliehen. Die Juristin wurde im Januar dieses Jahres mit der Schrift „Stellvertretende Einwilligung im Strafrecht – dargestellt am Beispiel der Einwilligung in medizinische Forschungseingriffe an Entscheidungsunfähigen“ habilitiert. Ihr wurde die akademische Lehrbefugnis für die Fächer Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht verliehen.
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Die Dissertation von Dr. Thorsten Finger über die „offenen Szenen“ in Städten ist mit der „Kommunalwissenschaftlichen Prämie“ der Stiftung der deutschen Städte,
Gemeinden und Kreise zur Förderung der Kommunalwissenschaften in
Verbindung mit der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung ausgezeichnet worden. Bund, Länder und Kommunen entwickeln und praktizieren seit 1990 vermehrt sicherheitspolitische Konzepte gegen „offenen Szenen“, die sich zum Beispiel aus Drogenhändler und -konsumenten, Obdachlosen, Prostituierten nebst
Freiern, „Punks“ und „Gothics“ zusammensetzen können.
Die sicherheitspolitische Konzepte, mit denen „Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung“ in den (Innen-)Städten wiederhergestellt werden sollen, unterzieht Finger einer juristischen Prüfung. Er geht der Frage nach, ob und unter welchen Voraussetzungen zum Beispiel der Alkoholgenuss, das Betteln oder ähnliche Verhaltensweisen in Innenstädten durch die Polizei- und Ordnungsbehörden überhaupt mit den Mitteln des Rechts unterbunden werden dürfen. „Das Polizei- und Ordnungsrecht bietet den Behörden kaum Spielräume für solche Verbote“, lautet sein Fazit. Finger arbeitet jetzt als Verwaltungsrichter in Gelsenkirchen.