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31.08.2007 | Autor/in: Markus Lembeck
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Hochkarätig besetzte Kommission soll Jurastudium reformieren

Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft hat eine Kommission zur Reform der Juristenausbildung eingesetzt. Die Experten haben in der vergangenen Wochen in Berlin ihre Arbeit aufgenommen. Der Generalsekretär des Stifterverbands, Dr. Andreas Schlüter, appellierte an Justizministerien und Juristische Fakultäten, sich der Studienreform angesichts „deutlicher Defizite“ in der Ausbildung der Juristen nicht länger zu verschließen.
„An der Notwendigkeit einer weiteren Modernisierung der Juristenausbildung kann es keinen Zweifel geben“, sagte der Jurist Schlüter, der die Expertenkommission gemeinsam mit der Kölner Juraprofessorin Dr. Barbara Dauner-Lieb leitet. Schlüter war lange Jahre Mitarbeiter in der Unternehmensgruppe Bertelsmann und ist seit 2000 als Rechtsanwalt in der Kanzlei Brandi Dröge Piltz Heuer & Gronemeyer in Gütersloh tätig.
Auf die Initiative des Stifterverbandes ist der Teilnehmerkreis nicht nur auf die deutschen Hochschulen begrenzt. „Wir wollen einen breiten Diskussionsprozess eröffnen, an dem alle juristischen Berufsgruppen mitwirken“, erklärte Dauner-Lieb, „das Augenmerk soll dabei auf die Internationalisierung, den schnellen Wandel des positiven Rechts aber auch auf die wachsende Bedeutung der Grundlagenfächer gerichtet werden. Die deutschen Fakultäten sollten sich am weltweiten Prozess über eine Weiterentwicklung der Juristenausbildung beteiligen.“
Die Kommission nimmt eine Standortbestimmung der deutschen Juristenausbildung unter Berücksichtigung des Bologna-Prozesses vor und erarbeitet auf dieser Grundlage bis zum Herbst des nächsten Jahres konkrete Vorschläge für eine Reform. Zu den Mitgliedern der Expertenkommission gehören neben Hochschullehrern auch Praktiker aus Rechtsabteilungen, Verbänden und Kanzleien. Auch Dr. Georg Maier-Reimer, Partner der Kanzlei Linklaters in Köln, nimmt an der Kommissionsarbeit teil.
http://www.stifterverband.de/