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29.05.2007 | Autor/in: Markus Lembeck
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Bachelor auf dem Vormarsch – auch bei den Juristen

Das Hochschul-Informations-System (HIS) spricht von einem Durchbruch: Unabhängig von Geschlecht, Hochschulart oder Fächergruppe ist der Bachelor seit dem vergangenen Wintersemester die Abschlussart mit den größten Anteilen – ausgenommen Rechtswissenschaften, Medizin und die Lehramtsstudiengänge.Dies ergaben vorläufige Zahlen der HIS-Studienanfängerbefragung aus dem WS 2006/07. Auf dem Weg zur Errichtung des europäischen Hochschulraumes im Rahmen des Bologna-Prozesses werden seit einigen Jahren an immer mehr deutschen Hochschulen Bachelor- und Master-Studiengänge eingeführt. Mittlerweile sind laut Statistik der Hochschulrektorenkonferenz 45 Prozent des Studienangebotes an deutschen Hochschulen umgestellt. An einer Reihe von Hochschulen stellen Bachelor- und Master-Abschlüsse bereits das Regelangebot.
In der Humanmedizin und in den Rechtswissenschaften spielt der Bachelor nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Der Bachelor-Anteil in den Rechtswissenschaften verdoppelte sich von 5 Prozent im WS 2005/06 auf 10 Prozent im WS 2006/07 – ein Zuwachs, der fast ausschließlich auf das Konto der Fachhochschulen geht.
Im Wintersemester 2006/07 haben sich 48 Prozent der Studienanfängerinnen und Studienanfänger für einen Bachelor-Studiengang entschieden (inklusive der Bachelor mit dem Ziel Lehramt). Im Vergleich zum Vorjahr legt diese Abschlussart damit um 18 Prozentpunkte zu. Ein Universitätsdiplom streben 18 Prozent an, ein Fachhochschuldiplom 10 Prozent. Beide Abschlussarten verlieren mit der Verbreitung der Bachelor-Studiengänge kontinuierlich an Bedeutung. Nur noch 4 Prozent der Studienanfänger haben sich für einen Magisterstudiengang entschieden, 8 Prozent für einen Studiengang, der zu einem Staatsexamen führt.
Fächergruppen unterscheiden sich stark im Angebot eines Bachelors als Abschlussart
Der Anteil von Bachelor-Studienanfängern, beträgt im WS 06/07 in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften knapp zwei Drittel, bei den Agrar- und Forstwissenschaften sind es sogar 68 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften, in denen vor allem an den Universitäten eine Abwertung ihrer Qualifikation durch den Bachelor befürchtet wird, wählte jeder zweite Studienanfänger die Abschlussart Bachelor. Einen starken Zuwachs verzeichnet die Fächergruppe Sprach-/Kulturwissenschaften/Sport, in der im WS 06/07 ebenfalls jeder zweite Studienanfänger einen Bachelor-Abschluss anstrebt- ein Jahr zuvor waren es nur 29 %.