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29.05.2007 | Autor/in: Markus Lembeck
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azur-Hochschulgespräch: Drei Fragen an Professor Dr. Klaus Peter Berger

Das Engagement von Jura-Professoren für die Ausbildung blühte früher vornehmlich im Verborgenen. Einrichtungen an den juristischen Fakultäten, die sich ausdrücklich sowohl der Forschung als auch der Ausbildung widmen, sind relativ neu – relativ, denn das in Münster gegründete und mittlerweile in Köln ansässige Center for Transnational Law (CENTRAL) hat unter der Ägide von Professor Dr. Berger fast ein Jahrzehnt zurückgelegt.Die Gründung des CENTRAL liegt bald zehn Jahre zurück. Welche Ziele haben Sie erreicht, welche Aufgaben sind für die nächsten Jahre noch ins Auge gefasst?

Das stimmt, wir feiern im Jahr 2008 das zehnjährige Bestehen des CENTRAL mit einem grossen Fest im Kölner Sportmuseum. Im ersten Bericht über das CENTRAL erschien damals (1998) folgendes Mission Statement: „Das CENTRAL leistet einen Beitrag zur Ergänzung der klassischen Juristenausbildung. In Zukunft werden regelmäßig Seminare, Vorträge, Workshops, Moot Courts sowie eine Sommer-Akademie zum Internationalen Wirtschaftsrecht abgehalten. Zusammen bilden diese Veranstaltungen ein Gesamtkonzept, durch das die wissenschaftliche Grundausbildung an der Universität mit praxisnahen Ausbildungsmodulen eng verzahnt wird.“
Dieses Ziel eines umfassenden Ausbildungskonzepts, das jedes Semester angeboten wird, haben wir erreicht bzw. längst übertroffen. So bieten wir seit einiger Zeit zwei parallele Sommer-Akademien an. In Zukunft wollen wir unser Angebot auf dem Gebiet der Schlüsselqualifikationen ausbauen und zusätzlich Veranstaltungen auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften für Juristen (Bilanzkunde, Kostenrechnung etc.) anbieten.

Wie stark sind die Aktivitäten des CENTRAL in der Forschung und in der Ausbildung miteinander verzahnt?

Die Forschungstätigkeit des CENTRAL liegt vor allem auf dem Gebiet des transnationalen Wirtschaftsrechts und der alternativen Streitbeilegung. Die Ergebnisse dieser Forschungen kommen der Ausbildungsarbeit des CENTRAL unmittelbar zugute. Bestes Beispiel ist das Trainings-Kit zum Thema „Private Dispute Resolution in International Business“. Es bildet heute die Grundlage für unsere beiden parallel laufenden Sommer-Akademien.

Welche unter den zahlreichen Veranstaltungen des CENTRAL liegt Ihnen besonders am Herzen, und warum?

Ganz klar der Rhetorik-Workshop für Juristen, den ich seit 1997 jedes Semester mit Rechtsanwalt Dr. Peter Niggemann, LL.M., Partner der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer in Düsseldorf, veranstalte. Den Kurs gab es schon bevor es das CENTRAL gab. Herr Dr. Niggemann war es auch, der mich vor vielen Jahren davon überzeugt hat, dass man gewisse rhetorische Fähigkeiten erlenen kann. Wir waren früher beide Assistenten am Institut für Bankrecht der Universität zu Köln. An dieses Institut, das ich heute leite, ist das CENTRAL angeschlossen.