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24.04.2007 | Autor/in: Markus Lembeck
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azur-Hochschulgespräch: Drei Fragen an Professor Dr. Thomas Wilmer und Jürgen Beckers, Rechtsanwälte BDH

Praxisnähe, die mancher Studiengang nur mühsam nachweisen kann, ist im Studiengang Informationsrecht an der Hochschule Darmstadt seit dem Start im Jahr 2001 ein wichtiges Feature. Zwei Jahrgänge Diplom-Informationsrechtler sind bereits in diversen Firmen der IT-Branche untergekommen. Mit dem Institut für Informationsrecht wollen die Macher aber nicht nur die Studenten für den Markt fitmachen.Konkurrieren die Diplom-Informatiosrechtler von der Hochschule Darmstadt auf dem Arbeitsmarkt mit klassischen Juristen?

Beckers: Wir haben im Beirat für den Studiengang die beruflichen Perspektiven häufig diskutiert. Das Berufsbild der Darmstädter Informationsrechtler ist eher komplementär zu dem herkömmlichen juristischen Profil. Unsere Absolventen eignen sich gut für das Vertragsmanagement im IT-Sektor, für den IT-Einkauf von Großunternehmen und Banken sowie für den Vertrieb von IT-Produkten, weil sie etwas von der Software-Vertragsgestaltung sowie der Technik und den betriebswirtschaftlichen Eckdaten verstehen.
Wilmer: Immerhin bieten wir in Darmstadt den einzigen grundständigen Studiengang im Informationsrecht in Deutschland an. Informations-Recht macht zwei Drittel der Studieninhalte aus. Insofern werden die Absolventen dort sehr gut ausgebildet und können im Rahmen der Spezialisierung auf Contract Management, aber auch im Bereich des geistigen Eigentums und des Medienrechts Volljuristen beim Berufsstart durchaus überlegen sein.

Ist denn Vertragsmanagement im eigentlichen Sinne nicht die Domäne der Uni-Juristen?

Beckers: Große Beratungsunternehmen wie Accenture schaffen jährlich neue Stellen in ihrem Contract Management. Dahinter steckt der Wunsch, die eigene Rechtsabteilung von der Prüfung von Angeboten und Vertragsänderunen zu entlasten. Natürlich braucht man Juristen, die Vertragsinhalte prüfen, aber für den Mix von Recht, BWL und Technik, der etwa im IT-Vertrieb das Tagesgeschäft bestimmt, brauchen die Unternehmen speziell ausgebildete Leute. Software-Anbieter aus den USA suchen oftmals ausdrücklich nicht Volljuristen, weil denen oft technisches oder betriebswirtschaftliches Know-how fehlt.

Das Institut für Informationsrecht gibt sich ausgesprochen wirtschaftsnah. Profitieren davon auch die Studierenden?

Wilmer: Wenn wir zum Beispiel das Wissenstransfer-Projekt Südamerika durchführen, mit dem wir IT-Mittelständlern den Weg nach Brasilien ebnen wollen, dann sind natürlich auch die Studenten beteiligt. Das bedeutet: Interkulturelle Ausbildung, frühzeitiger Praxiskontakt und der Umgang mit mittelgroßen IT-Unternehmen, die den Absolventen hervorragende Jobperspektiven bieten können. Kontaktmöglichkeiten ergeben sich außerdem aus dem Darmstädter Informationsrechtstag, den wir jetzt zum 3. Mal durchführen, und aus dem Rent-a-student-Programm, mit dem wir projektbezogen Studierende in die Wirtschaft vermitteln.

http://www.irecht.h-da.de
http://www.i2r.info
http://www.informationsrechtstag.de