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28.11.2006 | Autor/in: Markus Lembeck
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Juristisches Forschungsprojekt zur Biopiraterie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert mit 250.000 Euro ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Biopiraterie an der Bremer Forschungsstelle für Europäisches Umweltrecht.Drei Jahre lang werden sich Rechtssoziologen und Juristen unter der Leitung von Professor Dr. Gerd Weber mit dem Spannungsverhältnis von legitimer und kontraproduktiver Zugangsbeschränkung zu biologischen Informationen befassen. Einerseits haben Staaten mit großer genetischer Vielfalt und tradiertem kulturellen Wissen etwa über die Heilkraft von Pflanzen ein legitimes Interesse daran, sich gegen die industrielle Vermarktung ihrer Ressourcen zu wehren. Sie verlangen eine Beteiligung an den geistigen Eigentumsrechten und ihrem Ertrag. Andererseits behindern sie durch administrative Hürden möglicherweise die Erforschung ihrer biologischen Vielfalt zu wissenschaftlichen Zwecken, die längerfristig den besten Schutz gegen die unrechtmäßige Verwertung der eigenen Ressourcen bietet.
Die Bremer Arbeitsgruppe wird am Beispiel der Ressourcenstaaten Kenia und Brasilien sowie des Nutzerstaates Deutschland erforschen, wie die Praxis und der rechtliche Rahmen für den Zugang zu biologischen Daten aussehen. Am Ende sollen die Forscher rechtspolitische Vorschläge erarbeiten, die für die im Jahr 2008 geplante Vertragsstaatenkonferenz über die biologische Vielfalt verwendet werden können.