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30.05.2006 | Autor/in: Markus Lembeck
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Landtag in Mecklenburg-Vorpommern schließt Rostocker Juristenausbildung

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat das Ende der Juristenausbildung mit Staatsexamensabschluss an der Universität Rostock beschlossen. Auf Antrag des Landesbildungsministeriums erließen die Parlamentarier am 17. Mai eine „Zielvorgabe“ für die Rostocker Hochschule, die eine Aufhebung des Studiengangs beinhaltet. Nach Vorstellung des Bildungsministers Professor Dr. Hans-Robert Metelmann sollen zukünftige Juristen nur noch an der Universität Greifswald ausgebildet werden, nicht mehr an zwei Hochschulen im Land. „Ein entsprechender Bedarf an Volljuristen im Land und auch bundesweit ist nicht mehr und auch in der absehbaren Zukunft nicht erkennbar“, erklärte Metelmann vor dem Landtag. Die durchschnittlich 80 Greifswalder Absolventen, so Metelmann, reichten aus.
Nach Angaben der Universität Rostock bedeutet der Landtagsbeschluss, dass schon zum Wintersemester 2006/07 eigentlich keine Jurastudenten mehr immatrikuliert werden dürfen. Ob es ohne den Regelstudiengang überhaupt eine Zukunft für die Juristische Fakultät gibt, die zunächst einmal bestehen bleibt, ist fraglich.
Allerdings hat die Universität beschlossen, gegen das Vorgehen der Landesregierung zu klagen. Die Rostocker haben in den vergangenen Monaten mehrfach erklärt, dass sie die Sparvorgaben des Landes einhalten können, ohne die Juristenausbildung opfern zu müssen. Diese Sparkonzepte fanden im MV-Bildungsministerium keinen Anklang. „Dieser selbstherrliche Umgang mit der Macht, dieser eklatante Eingriff in die Hochschulautonomie, diese überhebliche Missachtung wissenschaftlichen Sachverstands durch die politischen Instanzen sind in der Bundesrepublik beispiellos und werden den Ruf des Landes Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig schädigen, wenn sie nicht korrigiert werden“, erklärte der Rostocker Professor Dr. Peter Winkler v. Mohrenfels.