News
25.10.2005 | Autor/in: Markus Lembeck
Themen in dieser Nachricht:

Trotz Visa-Affäre: Juristen zieht es in den Auswärtigen Dienst

Trotz eines massiven Attraktivitätsverlusts ist das Auswärtige Amt der beliebteste Arbeitgeber der kommenden Elite der Juristen. In der vom trendence Institut für Personalmarketing durchgeführten Studie „Das Absolventenbarometer 2005 – Deutsche Law Edition“ wurden überdurchschnittlich leistungsfähige Studenten der Rechtswissenschaften, Referendare und Volljuristen nach den für sie attraktivsten Arbeitgebern sowie ihren Präferenzen bezüglich ihres Berufseinstiegs befragt.
Die Ergebnisse decken sich im großen und ganzen mit den Antworten von Bewerbern auf die azur-Umfrage (azur 2/2005 erscheint Mitte November). Die trendence-Studie zeigt, dass es für einen Großteil der Befragten bei der Wahl ihres Arbeitgebers besonders wichtig ist, in ihrem späteren Berufsleben attraktive und sinnvolle Arbeitsaufgaben zu verrichten. Als weiterer wichtiger Punkt wird die Kollegialität unter den Mitarbeitern genannt. Beide Faktoren werden von den Studienteilnehmern vor allem mit dem Auswärtigen Amt in Verbindung gebracht. Außerdem ist für Top-Juristen auch die Möglichkeit eines internationalen Arbeitseinsatzes entscheidend – ein weiterer Pluspunkt für das Auswärtige Amt.
War dieses im letzten Jahr für 39,5% der Befragten der attraktivste Arbeitgeber, so konnte es 2005 nur noch 28,8% der Stimmen auf sich vereinen. „Der hohe Verlust lässt sich zum Teil mit den Anfang diesen Jahres bekannt gewordenen Missbrauchsfällen bei der Vergabe von Visa in verschiedenen deutschen Auslandsvertretungen erklären“, so trendence-Studienleiter Markus Pohl. „Die Visa-Affäre hat dem Ansehen des Auswärtigen Amts unter den Top-Juristen sicherlich geschadet.“
Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Kanzleien Freshfields Bruckhaus Deringer (22,0%) und Hengeler Mueller (21,7%). Beide konnten ihre Platzierungen gegenüber dem letzten Jahr behaupten, wobei Hengeler Mueller sogar 3,6 Prozentpunkte hinzugewinnen konnte.