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25.10.2005 | Autor/in: Markus Lembeck
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Preisgekrönte Dissertationen: Zivilrecht, Welthandelsrecht, Steuerrecht

Mit Dr. Stephan Balthasar (27), Rechtsanwalt im Münchener Büro von Linklaters Oppenhoff & Rädler, und Dr. Timm Ebner (29), zur Zeit im juristischen Vorbereitungsdienst, sind zwei Juristen unter den erstmaligen Gewinnern des Kulturpreises Bayern der E.ON Bayern AG.Die E.ON Bayern AG würdigt in Kooperation mit dem bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst herausragende Leistungen in Kunst und Wissenschaft. Jährlich vergibt das Unternehmen dafür 154.000 Euro. Neben Künstlern werden die besten Absolventen der bayerischen Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen ausgezeichnet.
In seiner preisgekrönten Dissertation „Wahrheit und Geheimnis im Zivilrecht“ geht Stephan Balthasar der Frage nach, wie die Privatsphäre im deutschen, französischen und englischen Zivilrecht geschützt wird. Der Schutz der Privatsphäre steht im Konflikt mit der Meinungs- und der Pressefreiheit und hat daher große Bedeutung für die Medien sowie eine erhebliche politische Brisanz, was zuletzt u. a. die Reaktionen zum Caroline-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gezeigt haben. Nach dem bisherigen Stand der Forschung gab es sehr große Unterschiede zwischen den drei untersuchten Rechtsordnungen. Dieser Befund ist jedoch inzwischen überholt: Anhand der Caroline-Entscheidung und weiterer Urteile zeigt Stephan Balthasar, dass Deutschland, Frankreich und England sich beim Schutz der Privatsphäre stark angenähert haben. Stephan Balthasar ist Rechtsanwalt im Münchener Büro von Linklaters Oppenhoff & Rädler und arbeitet dort im Bereich Prozessführung / Schiedsgerichtsverfahren.
Dr. Timm Ebner promovierte über das Thema „Streitbeilegung im Welthandelsrecht“. Er behandelt die Frage, wie sich Staaten schon vor einem Streitfall durch Vereinbarungen, Vorbehalte und andere präventive Maßnahmen gegen Nachteile von Jurisdiktionskonflikten wappnen können und ihre Vorteile optimal nutzen. Anhand konkreter Beispiele zeigt er mögliche präventive Maßnahmen auf, mit denen konkurrierende Zuständigkeiten zwischen internationalen Gerichtshöfen erkannt und berücksichtigt werden können.
http://www.eon-bayern.com/kulturpreis_2005/index.htm
Dr. Marc P. Scheunemann, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht im Frankfurter Büro der Kanzlei Baker & McKenzie, wurde von der International Fiscal Association (IFA) auf dem IFA-Kongress in Buenos Aires im September 2005 mit dem diesjährigen Mitchell B. Carroll-Preis ausgezeichnet. Die IFA mit Sitz in Rotterdam ist die wichtigste internationale wissenschaftliche Vereinigung im Steuerrecht. Der Mitchell B. Carroll-Preis gilt als die weltweit bedeutendste Auszeichnung auf diesem Gebiet.
Scheunemann erhielt den Preis für seine Doktorarbeit zur „grenzüberschreitenden konsolidierten Konzernbesteuerung“. Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Jörg Manfred Mössner, Institut für Finanz- und Steuerrecht der Universität Osnabrück, und Prof. Cyrille David, Université Paris I – Panthéon-Sorbonne, betreut. Bei Baker & McKenzie berät Scheunemann nationale und internationale Unternehmen bei steueroptimierten Gestaltungen von Inbound- und Outbound-Investitionen sowie von Unternehmensakquisitionen, -restrukturierungen und -finanzierungen.