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30.08.2005 | Autor/in: Markus Lembeck
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Ermittlungsverfahren gegen Jura-Professor in Hannover

Aufgrund einer Strafanzeige seiner eigenen Universität ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen einen Professor der Juristischen Fakultät.Am vergangenen Donnerstag durchsuchte die Zentralstelle für Korruptionsbekämpfung in Hannover und Hamburg seine Dienst- und Privaträume sowie die Hannoveraner Wohnung einer Studentin, die an seinem Lehrstuhl beschäftigt ist und bei der er nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wohnt. Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht, dass der Hochschullehrer die Studentin „gegen körperliche Zuwendung“ besser benotet hat. Der Studentin selbst wird die Manipulation von Klausuren des Professors vorgeworfen.
Ebenfalls durchsucht wurden die Geschäftsräume eines Beratungsunternehmens in Bergisch Gladbach. Presseberichten zufolge handelt es sich um das Institut für Wissenschaftsberatung von Dr. Frank Grätz und Dr. Martin Drees. Dieses Unternehmen, so der Vorwurf der Staatsanwälte, habe dem Hannoveraner Rechtswissenschaftler insgesamt circa 51.000 Euro gezahlt, damit er Promotionsvorhaben annahm, befürwortete und betreute, obwohl die Doktoranden die formalen Voraussetzungen zur Erlangung eines Doktortitels nicht erfüllten. Nach einer ersten Sichtung der Akten geht die Staatsanwaltschaft von einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Professor und der Beratungsfirma aus.