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30.11.2004 | Autor/in: Markus Lembeck
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Noch ein Jura-Ranking: Diesmal die Studenten

Wo studiert man am besten Jura? Anhaltspunkte für eine Antwort findet man seit einigen Jahren in den Rankings, die etwa das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) oder Zeitschriften wie die „WirtschaftsWoche“, „Junge Karriere“ oder „Focus“ veröffentlichen (siehe azur 2/2004).Eine Ranking-Innovation präsentierte in der vergangenen Woche der „Spiegel“: Zur allgemeinen Erleichterung wurde nicht noch einmal der optimale Hochschulort anhand Forschung, Lehre und Reputation ermittelt, sondern das Niveau der Studierenden bewertet. Also lautete die Frage: Wo studieren die Besten? Insgesamt 80.000 Studenten haben sich an der Umfrage im Frühjahr/Sommer 2004 beteiligt, 50.000 ausgefüllte Fragebogen wurden für die veröffentlichten Ergebnisse berücksichtigt.

Zwölf Hochschulen bilden in der „Spiegel“-Rangliste für das Fach Jura die Spitzengruppe. Deutlich in Führung liegt die private Hamburger Bucerius Law School, und das nicht nur bei der berechneten Punktzahl von 62,0 für das Studierenden-Niveau. 52% der BLS-Studenten gehören nach Auskunft der Tabelle zu den besten 10% aller deutschen Jura-Studenten.

Mit deutlichem Abstand folgen die Universitäten Passau (51,6 Punkte), Heidelberg (51,1) und Freiburg (50,7). Alle weiteren Universitäten – besser gesagt die Jura-Studentinnen und Studenten an diesen Unis – haben zwischen 48,8 und 39,1 Punkte erzielt.

An den Übergängen zwischen Spitzengruppe und Mittelfeld bzw. zwischen Mittelfeld und Schlussgruppe sind die Punktdifferenzen sehr gering. Vielleicht ist es also nur eine kleine Boshaftigtkeit der Hamburger „Spiegel“-Journalisten, die Universitäts-Juristen der eigenen Stadt in die Schlussgruppe zu schieben? Wer weiß. Die plakative Unterteilung in die drei genannten, ungefähr gleich großen Gruppen lässt sich durch die Staffelung der Punktzahlen kaum rechtfertigen, und das aus dieser Gruppeneinteilung errechnete fächerübergreifende Gesamtranking der Universitäten ist erst recht ziemlich wackelig.

Auf das Fach Jura bezogen gibt es allerdings schon einige Erkenntnisse zu gewinnen. Und wenn es nur die folgende ist: Die einzige private juristische Hochschule, die ihre vergleichsweise wenigen Studenten aufwändig auswählt, bildet die Spitze. Alle anderen Hochschulen – allesamt staatlich, mit durchschnittlich mehreren tausend Jura-Studenten – bilden Gruppe 2.

Damit ist man zwar für den Augenblick so schlau wie zuvor, aber wenn sich die Fakultäten stärker profilieren und mit ihrem individuellen Leistungsangebot in das Bewusstsein der Abiturienten dringen, könnte sich das in einem (wiederholten) „Spiegel“-Ranking als allererstes niederschlagen. (Markus Lembeck)