News
28.09.2004 | Autor/in: Markus Lembeck
Themen in dieser Nachricht:

Leipzig erinnert an die Gründung des Reichsgerichts 1879

Mit einem Festkolloquium erinnert die Juristenfakultät der Universität Leipzig Anfang Oktober 2004 an den 125. Jahrestag der Gründung des Reichsgerichts. Mit der Eröffnung dieses höchsten ordentlichen Gerichts wurde am 1. Oktober 1879 die Einheit des Deutschen Reichs auf dem Gebiet der Justiz institutionell abgeschlossen.Als bleibender Verdienst kann die Arbeit der Reichsgerichtsräte an der Rechtsvereinheitlichung vor und nach dem Inkrafttreten des BGB gelten. Obwohl die Einzelstaaten des Reichs Teile ihrer Justizgewalt und Justizorganisation – v. a. in personeller Hinsicht – behielten, bildete sich eine „reichsrechtlich normierte Justiz“ (Hans-Peter Ullmann) heraus.

Die Eingliederung des Reichsgerichts in das nationalsozialistische Unrechtssystem, die sich etwa in Entscheidungen zu den Nürnberger Rassegesetzen und Erbgesundheitsfragen ausdrückte, ist der Grund dafür, dass während des Festkolloquiums nicht nur die Verdienste, sondern auch die Schattenseiten des Reichsgerichts zu würdigen sind.

Das ehemalige Reichsgerichtsgebäude ist seit zwei Jahren Sitz des Bundesverwaltungsgerichts, das seinerseits im vergangenen Jahr das 50. Jahr seiner Gründung gefeiert hat. Im Großen Sitzungssaal beginnt am Freitag das zweitägige Kolloquium, das am Lehrstuhl von Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern organisiert wurde.

http://www.uni-leipzig.de/~brkern